Überwiegend innerdeutsche Städteflüge von und nach Tegel

Ein Kom­men­tar von Y. Karow, Ein­flug­schnei­se Span­dau

Wer z. B. mit fligh­t­ra­dar 24 die Flug­be­we­gun­gen von und nach Tegel ver­folgt, weiß schon lan­ge, was ges­tern auch der Tages­spie­gel fest­ge­stellt hat: Es han­delt sich fast immer um inner­deut­sche Städ­te­flü­ge, z. B. nach Frank­furt, Stutt­gart, Düs­sel­dorf, Nürn­berg und: ins­be­son­de­re nach Mün­chen (!). Alle­samt Zie­le, die u.a. wesent­lich umwelt­scho­nen­der mit der Deut­schen Bahn zu errei­chen sind. D. h. die­je­ni­gen, die am Sonn­tag mit “Ja” gestimmt hat­ten (für die Offen­hal­tung Tegels), wer­den mit Sicher­heit ent­täuscht sein, wenn sie fest­stel­len müs­sen, daß es mit­nich­ten dar­um geht, für “die Ber­li­ner” Tegel offen hal­ten zu wol­len, son­dern für die Cza­jas, Lind­ners und Grütt­gers sowie Geschäfts­rei­sen­den, die es ledig­lich schnel­ler und beque­mer als in der Bahn haben wol­len. Von Tegel bis in die FDP-Par­tei­zen­tra­le in der Rein­hardt­stra­ße sind es, wenn kein Stau ist, ledig­lich zehn Auto­mi­nu­ten. Dafür sind sie ohne Skru­pel bereit, die Wohn- und Lebens­qua­li­tät von Hun­dert­tau­sen­den zu opfern. Zynisch ist, wer behaup­tet, mit Lärm­schutz wäre die Sache erle­digt: Flug­zeug­lärm ist nicht nur in den Häu­sern, son­dern vor allen Din­gen drau­ßen: Wer bit­te kann einen Lärm­schutz bereit stel­len für Spiel­plät­ze, Sport­an­la­gen, Pau­sen­hö­fe, Park­an­la­gen, Stra­ßen­ca­fes, Gär­ten, Bal­ko­ne, Ter­ras­sen .… ?

Ein Gedanke zu „Überwiegend innerdeutsche Städteflüge von und nach Tegel

  1. Wel­che Mehr­heit hat hier ent­schie­den? Kei­ne! 56,1% der Ja-Stim­men sind 40% der Stimm­be­rech­tig­ten. 40% sind genau wie die 29,7% Nein-Stim­men und die 28,7% Nicht­teil­neh­mer eine Min­der­heit. Und wel­che Rol­le spie­len die Nicht-Stimm­be­rech­tig­ten? Das sind etwa 1,2 Mil­lio­nen Ein­woh­ner unse­rer Stadt, dar­un­ter alle im Alter unter 16 Jah­re, die mal die fer­ne­re Zukunft Ber­lins gestal­ten wer­den. Einen Auf­trag an den Senat von Ber­lin TXL offen zu hal­ten möge man for­mal aus den Regeln des Ple­bis­zits ablei­ten, aber ver­ant­wor­tungs­vol­le Senats­po­li­tik soll­te dem nicht fol­gen. Der Senat hat die Auf­ga­be für das Wohl der Gesamt­be­völ­ke­rung der Stadt zu han­deln!

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