Schallschutz-Kosten: FDP muß Rechtsverstoß zugeben

Volks­ent­scheid Tegel: FDP Lan­des­ver­band Ber­lin hat Unter­las­sungs­er­klä­rung unter­zeich­net

Die Ber­li­ner FDP darf nicht län­ger behaup­ten, dass ein Gut­ach­ten des Öko-Insti­tuts die Kos­ten für den Schall­schutz am Flug­ha­fen Tegel auf rund 108 Mil­lio­nen Euro bezif­fert hat. Beim Öko-Insti­tut ist heu­te eine ent­spre­chen­de Unter­las­sungs­er­klä­rung des Lan­des­ver­ban­des ein­ge­gan­gen.

Dar­in wird fest­ge­hal­ten, dass die FDP es künf­tig unter­las­sen wird, zu behaup­ten, ein Gut­ach­ten des Öko-Insti­tuts aus dem Jah­re 2005/2006 habe die Kos­ten für den Schall­schutz in Tegel im Fal­le eines Wei­ter­be­triebs auf rund 108 Mil­lio­nen Euro ermit­telt bzw. geschätzt.

Hin­ter­grund ist, dass in der Begrün­dung des Volks­ent­schei­des von den Initia­to­ren behaup­tet wird: „Ein Gut­ach­ten des Öko-Insti­tuts aus dem Jahr 2006 hat hier­für [Schall­schutz für Tegel] Kos­ten von rund 108 Mil­lio­nen Euro ermit­telt.“

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie in den nach­fol­gend ver­link­ten Doku­men­ten:

https://www.oeko.de/service/download/Unterlassung-FDP-Berlin-Tegel-20170914.pdf
Richtigstellung zur Kostenschätzung Fluglärmschutz am Flughafen Tegel des Öko-Instituts

Ein Kom­men­tar von Klaus Diet­rich

Wie­der ein­mal muß die FDP einen Rechts­ver­stoß zuge­ben. Dies zieht sich nun wie ein roter Faden durch die gesam­te Kam­pa­gne zum Volks­ent­scheid.

Wie tief die FDP als Par­tei mit ihrem Rechts­ver­ständ­nis gesun­ken ist zeigt nicht zuletzt ein Bild mit Herrn

Cza­ja beim Über­kle­ben des rechts­wid­ri­gen Wer­be­auf­drucks von Ryan­air auf den Pla­ka­ten zum Volks­ent­scheid mit “Zen­siert”. Ein Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts wird also als Zen­sur dekla­riert.

Wo ist die FDP geblie­ben, aus deren Rei­hen mal nam­haf­te Ver­fas­sungs­rich­ter her­vor­ge­gan­gen sind? Ist jetzt die Cza­ja-Popu­lis­ten Ära ange­lau­fen?

6 Gedanken zu „Schallschutz-Kosten: FDP muß Rechtsverstoß zugeben

  1. Wohin fährt Meh­met Cey­ran 80 Kilo­me­ter, um einen Flug­ha­fen zu fin­den? Ich jeden­falls sehe die Fol­gen täg­lich auf dem Alex­an­der­platz. Da kom­me ich durch den Andrang der Bil­lig- und Sauf­tou­ris­ten kaum noch hin­durch, wenn ich dort in mei­ner Mit­tags­pau­se zu den weni­gen Eßge­le­gen­hei­ten kom­men will, in denen noch rea­les Essen ange­bo­ten wird.

    Ande­re berühm­te Städ­te put­zen ihre zen­tra­len Plät­ze her­aus, zei­gen sie stolz vor, die bes­ten Stra­ßen­künst­ler bie­ten Uner­hör­tes, die bes­ten Geschäf­te rund­her­um mit den neu­es­ten Pro­duk­ten, eini­ge leis­tungs­fä­hi­ge Gas­tro­no­mi­en für das brei­te Publi­kum, Atmo­sphä­re von Welt­rang, jeder will auf die­sem Platz gese­hen und foto­gra­fiert wer­den. Ande­re berühm­te Städ­te set­zen auf Klas­se.

    Und was macht Ber­lin? Hat vor lau­ter Bil­lig- und Sauf­tou­ris­ten schon ganz ver­ges­sen, dass es eine Welt­zeit­uhr hat; ver­ram­melt und ver­dreckt sei­nen berühm­ten und größ­ten Platz ganz­jäh­rig mit Sperr­holz­bu­den für Frit­ten, Schra­pel und Alk.

    Genau das ist die Fol­ge und die Kehr­sei­te der Bil­lig­flie­ge­rei.
    Eine Sack­gas­se!
    Seht Euch den Alex­an­der­platz an!

    Die Bür­ger der selbst­be­wuß­ten Groß­städ­te der Welt rech­nen und fra­gen: Was kos­tet das und was haben wir davon?

    Und was machen die Ber­li­ner: wünsch Dir was! Ber­lin is eene Wol­ke? Wenn ein Flug­ha­fen zu maro­de ist, dann neh­men wir lie­ber 2 maro­de Flug­hä­fen.
    Zah­len wer­den schon die ande­ren, denkt der Ber­li­ner und rech­net erst gar nicht:
    — Der Ber­li­ner und sei­ne Regie­run­gen haben beim neu­en Flug­ha­fen nicht gerech­net (sonst wäre die Finanz­lü­cke längst auf­ge­fal­len und den Spott hät­ten ande­re abge­kriegt).
    — Der Ber­li­ner brauch­te beim alten Flug­ha­fen nicht rech­nen, denn damals stand noch die Mau­er.
    — Der West-Ber­li­ner kann­te die Ber­lin-Zula­ge und Diep­gen, der Ost-Ber­li­ner kann­te die Sub­ven­ti­on der Haupt­stadt der DDR.
    — Und übri­gens auch Kai­ser Wil­helms Preu­ßen war nur mög­lich durch die Steu­ern aus dem Rhein­land: “West­preu­ßen” hat gezahlt, und die Baro­ne in Ost und West habens ver­ju­belt.

    Es wird Zeit, dass Ber­lin end­lich anfängt, über sich sel­ber zu bestim­men und zu rech­nen!

  2. Volks­ent­schei­de müss­ten ver­bo­ten wer­den. Hier ent­schei­det eine Mehr­heit (nicht direkt betrof­fen) über eine Min­der­heit (Betrof­fe­ne). Durch fal­sches Hin­ter­grund­wis­sen und geziel­ter Falsch­in­for­ma­ti­on wer­den Bür­ger zu einer Mei­nung über­re­det. So ist eben Poli­tik und auch das Spiel mit der Volks­ab­stim­mung TXL.

    Über die neu­en Woh­nun­gen, die in Ber­lin über­fäl­lig sind, und die neu­en Arbeits­plät­ze spre­chen die Befür­wor­ter lei­der nicht. Auch die Mehr­kos­ten bei zwei Flug­plät­zen sind kein The­ma. Komisch, kei­ne Stadt in Deutsch­land braucht zwei Flug­hä­fen?
    Der Stim­men­fang ent­spricht den Metho­den der neu­en Par­tei­en im Bun­des­tag nach der Wahl.

  3. Lärm, Umwelt­be­las­tung “Nein” zu Tegel! Was ist denn mit den Men­schen in der Umge­bung von Schö­ne­feld? Wer­den sie nicht damit belas­tet? Ohne Flug­ha­fen geht es nicht. Ich has­se es jedes Mal 80 km fah­ren zu müs­sen, wenn ich jeman­den vom Flug­ha­fen Schö­ne­feld abho­len hin fah­ren muss. Ich wer­de mit “Ja” stim­men und ver­su­che mei­ne Bekann­te zu über­zeu­gen auch mit “Ja” zu stim­men.

    1. Ein Blick auf die Land­kar­te genügt, um fest­zu­stel­len, dass in Schö­ne­feld und Umge­bung nur eine ‘gerin­ge’ Anzahl von Bür­gern betrof­fen ist. Natür­lich ist ein Stadt naher Flug­ha­fen immer ein Pro­blem, aber man kann eben nicht alles haben — schon gar nicht in einem dicht besie­del­ten Land.
      Vie­le sehen aber nur die eige­ne Bequem­lich­keit für 3 — 4 Fahr­ten zum Flug­ha­fen im Jahr und betrach­ten nicht die Belas­tung der Betrof­fe­nen, die 365 Tage im Jahr von min. 6.00 — 23.00h besteht.
      Ich stim­me für ‘NEIN’, auch wenn ich dadurch eine wei­te­re Anfahrt zum Flug­ha­fen in Kauf neh­men ‘muss’.

    2. Sehr geehr­ter Herr Meh­met Cey­ran, wo woh­nen Sie? Für die Anlie­ger des noch nicht fer­tig­stel­len flug­ha­fen Schö­ne­feld (BER) sind bereits jetzt umfang­rei­che Lärm­schutz­maß­nah­men bis hin zu Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen geneh­migt und rea­li­siert. Und das obwohl der Flug­ha­fen noch gar nicht in Betrieb genom­men ist. Die Anwoh­ner von Tegel haben und hat­ten in den letz­ten 20 Jah­ren kei­nen Lärm­schutz !!!! Nein zu Tegel!

Kommentare sind geschlossen.