Pressemitteilung Berliner Mieterverein

http://www.berliner-mieterverein.de/presse/pressearchiv/pm1721.htm

Tegel schließen. Zukunft öffnen.
Mieterverein empfiehlt beim Volksentscheid „Nein“

Pres­se­mit­tei­lung Nr. 21/17

Der Ber­li­ner Mie­ter­ver­ein unter­stützt die Initia­ti­ve „TEGEL SCHLIESSEN. ZUKUNFT ÖFFNEN“ und emp­fiehlt, beim Volks­ent­scheid im Sep­tem­ber zur Offen­hal­tung des Flug­ha­fens Tegel über den Betriebs­be­ginn des BER hin­aus mit „Nein“ zu stim­men.

Die Bau­ge­schich­te des BER ist ein poli­ti­scher Skan­dal ers­ten Ran­ges, der zu Recht Zorn und Wut bei den Ber­li­nern her­vor­ruft“, erklär­te der Geschäfts­füh­rer des Ber­li­ner Mie­ter­ver­ein e.V., Rei­ner Wild. „Wir dür­fen aber nicht ver­ges­sen, dass die Leid­tra­gen­den die­ses Poli­tik­ver­sa­gens der frü­he­ren Regie­rungs­ko­ali­tio­nen in Ber­lin vor allem die rund 300.000 Bewoh­ner unter den An- und Abflug­schnei­sen in Span­dau, Rei­ni­cken­dorf, Wed­ding und Pan­kow sind. „Das Pro­blem ist, dass unser Zorn über den BER kei­nen Aus­weg fin­det. Die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen der Ver­gan­gen­heit sind weit­ge­hend außer Dienst und auch das aktu­el­le Bau­ge­sche­hen am BER bleibt ein schwar­zes Loch.

Bedau­er­lich, dass auch in der neu­en Lan­des­re­gie­rung nie­mand über­legt, wie man die desas­trö­se Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stö­rung zwi­schen Poli­tik und Bür­gern behebt. Hüb­sche Bil­der über 500 Hekt­ar neue Stadt rei­chen da nicht. Inzwi­schen glau­ben vie­le, dass der BER über­haupt nicht fer­tig wird. So erscheint der Volks­ent­scheid wie ein Ven­til.

Doch der Wei­ter­be­trieb von Tegel über den BER-Start hin­aus ist rück­wärts­ge­wandt, nicht nur für die lärm­ge­plag­ten Anwoh­ner. Der Grund­stücks- und Immo­bi­li­en­markt in Ber­lin lässt wegen des enor­men Preis­an­stiegs sozia­le Stadt­ent­wick­lung – preis­güns­ti­ges Woh­nen, sozia­le Infra­struk­tur, siche­re Gewer­be­flä­chen und ange­mes­se­ne öffent­li­che Räu­me – kaum noch zu. Mit der Schlie­ßung von Tegel nach der Eröff­nung des BER kann auf 100 Pro­zent öffent­li­chen Grund und Boden viel von den Anfor­de­run­gen an die wach­sen­de Stadt umge­setzt wer­den, wenn die Poli­tik aus der Nie­der­la­ge um die Bebau­ung von Tem­pel­hof lernt“, so Wild.