Highlight für TXL: Jumbos von Frankfurt nach Tegel

Ein Kommentar von Klaus Dietrich

Die Rücksichtslosigkeit hat offensichtlich die Mitte der Gesellschaft erreicht. Anders kann man die Ankündigung der Lufthansa nicht interpretieren, im November mit Jumbos vom Typ 747-400 mehr als 126 Flugbewegungen zwischen FRA und TXL durchzuführen. Die Jumbo-Flüge mit dem ältesten und lautesten Modell wird von der LH auch noch als besonderes Highlight angekündigt. Zum Vergleich: Die B747-400 ist in Lärmkategorie 14 (der zweithöchsten die es gibt), während ein Airbus A320 in Kategorie 3 ist. Das ist Zynismus pur gegenüber den 300.000 Anwohnern von Tegel. Es wäre interessant zu wissen, ob die LH dann wirklich die entsprechenden Gebühren dafür zahlt.

Da gibt es natürlich auch wieder Leute die es super cool finden, wenn ihnen dann der Riesenvogel mit Getöse die Glatze rasiert. Aber denen ist ja sowieso nicht zu helfen.

Solcher Schwachsinn zeigt zweierlei:

  1. Es ist offensichtlich nicht möglich, den Fluggesellschaften Vorschriften zu machen, mit welchem Fluggerät sie ihre Flüge abwickeln. Die Fluggesellschaften können nach Belieben jede Art von Fluggerät einsetzen.
  2. Es straft die Aussagen der „Tegel-Retter“ Lügen die behaupten, man könnte den Flugbetrieb am TXL regulieren. Das ist dann der Vorgeschmack für das was wir erwarten können, wenn bei Offenhaltung von Tegel die Fluggesellschaften ihren regulärem Flugbetrieb hier weiter durchziehen. Dann gebührt Herrn Czaja und seinen AfD und CDU Fans der besondere „Dank“ für solche „Highlights“.

Wir haben als BI natürlich bei der SenUVK und der LH unsere Beschwerde dazu eingereicht. Wir sind gespannt auf die Antwort (Herr Dr. Rosin ist z. Zt. In Urlaub).

Vielleicht erreichen wir ja, dass die Jumbo Lärm- und Dreckschleudern dann im Tiefflug eine Ehrenrunde über Zehlendorf, Charlottenburg und andere Bezirke ziehen dürfen.

5 Gedanken zu „Highlight für TXL: Jumbos von Frankfurt nach Tegel

  1. Es ist eine Frechheit sondersgleichen… wir kochen hier in Spandau vor Wut.
    Man will uns einfach nicht hören!! Wir müssen nun also ernsthaft in Erwägung ziehen Berlin ganz zu verlassen, denn eine Stadt die derart mit seinen Bürgern verfährt ist keine Stadt mehr in der wir wohnen wollen, egal wo.

    Wolters

  2. Was für eine Provokation der Berliner Landesregierung! Kurz nach dem sogenannten Tegel- Volksentscheid, dessen Fragestellung ja nicht vom Volk ausging, sondern von der eigentlich abgewählten FDP, die geschickt die Westberliner Nostalgiker, die Bequemen, die Unwissenden/Uninteressierten und die Südostberliner Schönefeldgegner für ihre parteipolitischen (populistischen) Ziele einspannte, platzt die Nachricht vom Boeing Einsatz der Lufthansa wie ein Schlag ins Gesicht aller lärmgeplagten Tegel Anrainer. Offenbar handelt Herr Müller nach dem Grundsatz: was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Oder anders ausgedrückt: Was interessieren mich eigene Koalitionsbeschlüsse, politische Versprechen, jüngste Wahlergebnisse, weit gediehene Nachfolgeplanungen für Tegel, die der Steuerzahler bereits bezahlt hat und zunehmende Politikverdrossenheit. Schlimmer kann ein Kniefall vor den Interessen der Luftfahrtwirtschaft und den Tegel Befürwortern nicht sein. Die vom Lärm betroffenen 300.000 Menschen sind egal, die Kinder in den Kitas, in den Schulen, die Menschen in den Krankenhäusern und im Pankower Hospiz. Der Dreck, der nun vermehrt vom Himmel fällt, ist ihm ebenso egal. Die Unmengen Kerosin, die von Tanklastern täglich durch dichtbesiedelte Gebiete gekarrt werden, sind ihm Wurscht.
    Beuth-Hochschule ? Pech gehabt. Asbestbelastung von Tegel? Keine Ahnung. 9.000 Wohnungen? Müssen sie halt anderswo suchen…. Terrorgefahr ausgehend vom Parkdeck des Clou? Äh!
    Was ist das für ein Bürgermeister, der sich von politischen Demagogen treiben lässt, der kein Kreuz hat und keine klare Kante zeigt. Der nun butterweich einen Runden Tisch möchte und dabei nicht mal merkt, wie dämlich das ist, statt mal richtig auf den Tisch zu hauen und klare Ansagen zu machen, so wie es die derzeitige rechtliche Beschlusslage vorsieht. Und fällt dabei seinen eigenen Genossen im Berliner Norden in den Rücken, die tapfer für eine Schließung von Tegel stritten.
    Die Dobrindts, Czajas, Medorns und wie sie alle heißen; ungefragte Selbstdarsteller, nur am eigenen Wohl orientiert. Wäre ja auch eine Zumutung, wenn die vielen Bonn-Berlin-Pendler oder andere Politprominenz nach Schönefeld müssten. In den Osten will der Westberliner nicht. Wenn sich diese Tegelretter mit genauso viel Engagement um die zahlreichen Probleme dieser Stadt und des Landes kümmern würden – aber Fehlanzeige. Jammern auf hohem Niveau, statt die einmaligen Chancen zu be- und zu ergreifen.
    Lieber werden in Tegel für eine Offenhaltung weitere Steuermilliarden versenkt. Ist ja nicht ihr Geld. Und auch hier werden sich wieder solche Leute eine goldene Nase „verdienen“.
    Bitter ist nur, dass genau diese Politiker bzw. Ihre politischen Vor- und Mitläufer auch dem Süden Berlins und dem Umland in Zukunft Vieles zumuten werden – Opa Stolpe und Pensionär Diepgen sei Dank. Volksentscheid damals? Fehlanzeige!

  3. Es sind doch wohl viel mehr als nur 300.000 Menschen vom Fluglärm betroffen! Die Lärmkarte des Senats ist so schwer zu lesen, weil keine Straßennamen erkennbar sind – zumindest in derjenigen, welche ich gegoogelt habe… Wir wohnen im Bereich Afrikanische-, Transvaal-, See- & Senegalstraß. Starts und Landungen fühlen wir im Bauch, wie die Bässe beim Hardrock Konzert, nur nicht so schön! Zeitweise riecht es bei uns sogar nachts noch nach Kerosin. Gehören wir hier am Goethepark auch zu den 300.000 Betroffenen ?

    1. Na sicher! Eigentlich sollten wir am Tag und zur Uhrzeit der ersten Boeing Landung am Kutschi oder auf dem Parkdeck des Clou demonstrieren.

      Oder? Ist da was geplant?

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