Flughafen Tegel endlich schließen … oder doch nicht?

Beim Ber­li­ner Pub-Talk dis­ku­tier­ten Hol­ger Lück ( BI Tegel end­lich schließen/DANKE TEGEL) und Sebas­ti­na Cza­ja (FDP)

Von Mat­thi­as Ban­nas und Ire­ne Waltz-Opperts­häu­ser

Der Flug­ha­fen Tegel ist bereits eini­ge Jah­re län­ger im Betrieb als geplant. Nun wird mit einem Volks­be­geh­ren das Ziel ver­folgt, den Flug­ha­fen auch nach Eröff­nung des BER offen zu hal­ten. Hier­zu dis­ku­tier­ten Sebas­ti­an Cza­ja, Gene­ral­se­kre­tär und FDP-Spit­zen­kan­di­dat bei der Wahl zum Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus und Mit­in­itia­tor des Volks­be­geh­rens, mit Robert Ide, Lei­ter der Ber­lin/Bran­den­burg-Redak­ti­on des Tages­spie­gels und Hol­ger Lück, „Bür­ger­initia­ti­ve Tegel end­lich schlie­ßen!“, beim Ber­li­ner Pub Talk am 9. Juni. Die Ver­an­stal­tung wur­de von Ire­ne Waltz-Opperts­häu­ser mode­riert.

Von links: Hol­ger Lück, Ire­ne Waltz-Opperts­häu­ser, Robert Ide, Sebas­ti­an Cza­ja und Mat­thi­as Ban­nas

Worüber wurde diskutiert?

Am Flug­ha­fen Ber­lin-Bran­den­burg (BER) wird noch gebaut. Es zeich­net sich aber bereits ab, dass er bei der Eröff­nung zu klein sein wird. Das ist Anlass für ein Volks­be­geh­ren zum Wei­ter­be­trieb des Flug­ha­fens Tegel. Aber ist der Flug­ha­fen Tegel über­haupt noch zeit­ge­mäß? Er wur­de 1974 für 2,5 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re jähr­lich geplant. Im letz­ten Jahr waren es mehr als 21 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re und die Zah­len stei­gen wei­ter. Ist Tegel des­halb bereits ein Sicher­heits­ri­si­ko? Den Preis für den Flug­be­trieb – ins­be­son­de­re durch den Flug­lärm – zah­len die Anwoh­ner in den umlie­gen­den, ein­woh­ner­star­ken Bezir­ken. Soll­te Tegel mög­lichst schnell geschlos­sen oder wei­ter­be­trie­ben wer­den?

Die Rol­len bei der Dis­kus­si­on waren klar ver­teilt. Wäh­rend Cza­ja sich für den Wei­ter­be­trieb des Flug­ha­fens Tegel stark mach­te, for­der­te Lück die TXL-Schlie­ßung nach der BER Eröff­nung. Ide wies dar­auf hin, dass der Flug­ha­fen Tegel unter den Lesern des Tages­spie­gels vie­le Sym­pa­thi­san­ten habe, die Ver­nunft spre­che aber für eine Schlie­ßung. In der Redak­ti­on des Tages­spie­gels gebe es ganz unter­schied­li­che Mei­nun­gen zum The­ma.

Kapazitäten in Berlin

Die Pro­gno­se von Cza­ja, dass Ber­lin im Jahr 2030 mit 60 Mil­lio­nen Flug­pas­sa­gie­ren im Jahr rech­nen müs­se, wur­de von Lück nicht geteilt. Der Flug­ver­kehr wer­de – auch vor dem Hin­ter­grund des Kli­ma­schut­zes – nicht belie­big wei­ter wach­sen, momen­tan fin­de vor allem ein Ver­drän­gungs­wett­be­werb der Low Cost Air­lines gegen Air Ber­lin Luft­han­sa statt, des­halb kön­nen die momen­ta­nen Zuwäch­se nicht ein­fach in die Zukunft fort­ge­schrie­ben wer­den. Dass die der­zei­tig vor­han­de­nen Kapa­zi­tä­ten am Flug­ha­fen BER nicht aus­rei­chen, war aber unstrit­tig. Ide wies dar­auf hin, dass der Ber­li­ner Senat zur­zeit kei­nen zusätz­li­chen BER-Aus­bau in Angriff neh­men wür­de. Lück erklär­te, dass ähn­lich wie in Lon­don-Heathrow es auch beim BER mög­lich sei, bis zu 60 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re mit 2 Start- und Lan­de­bah­nen zu ver­sor­gen. Der BER-Plan­fest­stel­lungs­be­schluss gebe dazu genug Raum. Cza­ja äußer­te da sei­ne Zwei­fel und wies dar­auf hin, dass der BER und Lon­don-Heathrow, über den vor­wie­gend Lang­stre­cken­ver­kehr abge­wi­ckelt wer­de, nicht zu ver­glei­chen sei­en. Über­dies sei dort die Flug­lärm­be­las­tung viel grö­ßer, weil die Flug­zeu­ge in vier Flug­schlei­fen über der Stadt krei­sen.

… und in Tegel?

Ohne die nach­träg­lich ange­bau­ten Extra­ter­mi­nals („Blech­büch­sen“) kön­nen auch in Tegel nur maxi­mal fünf Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re im Jahr abge­fer­tigt wer­den, so Lück. Tegel wäre nur ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein, zu klein und im Betrieb zu teu­er. Der im Ver­gleich immer wie­der genann­te Lon­do­ner City Air­port kön­ne nur fünf Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re abfer­ti­gen. Die ver­kürz­te Start­bahn sei nur für Klein­flug­zeu­ge zuge­las­sen. Hin­zu kämen eine Schlie­ßung am Wochen­en­de und ein strik­tes Flug­ver­bot von 21.30 Uhr bis 6.30 Uhr. Cza­ja warb für den Wei­ter­be­trieb des Flug­ha­fens Tegel mit deut­lich weni­ger Flü­gen als heu­te und einem stren­gen Nacht­flug­ver­bot von 22 Uhr bis 6 Uhr. Damit könn­ten die Belas­tun­gen durch den Flug­ver­kehr bes­ser ver­teilt wer­den. Zudem sei­en Flug­zeu­ge heu­te lei­ser als frü­her.

Verlustgeschäft Flughäfen?

Zur­zeit macht Ber­lin mit dem Flug­ha­fen Tegel Gewinn. Ob sich der Flug­ha­fen aber wei­ter­hin für die Stadt rech­net oder ob Ber­lin am Ende zwei Flug­hä­fen mit Ver­lust betrei­ben wür­de, ist offen. Lück wies dar­auf hin, dass bei einem Wei­ter­be­trieb auch in Tegel erheb­li­cher Inves­ti­ti­ons­be­darf bestün­de. Von den Toi­let­ten ange­fan­gen sei­en vie­le Ein­rich­tun­gen des Flug­ha­fens maro­de oder „pure Pro­vi­so­ri­en“. Das sei aber das gerings­te Pro­blem, mein­te Cza­ja. Er kri­ti­sier­te, dass die Toi­let­ten des Flug­ha­fens Tegel mehr Auf­merk­sam­keit erhal­ten, als die Toi­let­ten in den Ber­li­ner Schu­len. Ein viel grö­ße­rer Pos­ten sind die Auf­wen­dun­gen für Lärm­schutz, auf den die Anwoh­ner ab 2017 einen Rechts­an­spruch haben.

Fluglärm

Meh­re­re Teil­neh­mer der Ver­an­stal­tung kri­ti­sier­ten die mas­si­ve Flug­lärm­be­las­tung in den Ein­flug­schnei­sen des Flug­ha­fens Tegel. Doch nur mit Lärm­schutz sei ihnen nicht gehol­fen, weil auch Bal­kons und Gär­ten nicht genutzt wer­den kön­nen. Cza­ja wies dar­auf hin, dass ab 2017 ein Anspruch auf Lärm­schutz bestehe. Es wäre aber absurd, Geld in Lärm­schutz zu inves­tie­ren und dann den Flug­ha­fen zu schlie­ßen. Lück ant­wor­te­te, dass auch mit Lärm­schutz für eine umgrenz­te Zahl an Anwoh­nern in geschlos­se­nen Räu­men die gesund­heit­li­che Belas­tung durch Flug­lärm blei­be. Ide füg­te hin­zu, dass man den Bür­gern in Span­dau, Rei­ni­cken­dorf, Wed­ding, Pan­kow und Wei­ßen­see ver­spro­chen habe, das sie in Zukunft in Ruhe leben kön­nen. Ins­ge­samt sei­en die Signa­le dazu, wie attrak­tiv das Woh­nen in Flug­ha­fen­nä­he ist, aber wider­sprüch­lich. So stei­gen in Schö­ne­feld die Prei­se für Wohn­bau­land.

Sicherheit

Es bestehen erheb­li­che Sicher­heits­ri­si­ken durch den Betrieb des Flug­ha­fens Tegel, erklär­te Lück – drauf bezö­gen sich expli­zit der BER-Plan­fest­stel­lungs­be­schluss und das ent­spre­chen­de Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­rich­tes. Durch das hohe Flug­auf­kom­men über einem dicht­be­sie­del­ten Gebiet ent­ste­hen Absturz­ri­si­ken. Kero­sin wer­de mit LKWs durch die Stadt gefah­ren. Ob Tegel aus­rei­chend gegen Ter­ror geschützt sei und heu­te über­haupt eine Geneh­mi­gung erhal­ten wür­de, bezwei­fel­te er. Cza­ja ant­wor­te­te, dass Tegel nach Prü­fun­gen alle Sicher­heits­stan­dards erfül­le. Zudem wies er dar­auf hin, dass Tegel nach Anga­ben der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft selbst für das euro­päi­sche Sicher­heits-Zer­ti­fi­kat taug­lich sei.

… und wie geht es weiter?

Wie man es dreht oder wen­det, lan­det die Dis­kus­si­on zu Tegel bei der Fra­ge, ob ein Wei­ter­be­trieb des Flug­ha­fens über­haupt recht­lich mög­lich ist. Hier waren die Kon­tra­hen­ten erwar­tungs­ge­mäß unter­schied­li­cher Auf­fas­sung. Ide wies abschlie­ßend dar­auf hin, dass die poli­ti­schen Ent­schei­der – unab­hän­gig von juris­ti­schen Fra­gen – den Wil­len des Wäh­lers bei ihren Ent­schei­dun­gen berück­sich­ti­gen. Das gel­te auch für Volks­be­geh­ren.

Wei­te­re Berich­te zur Ver­an­stal­tung: hier aus dem Tages­spie­gel und der BZ .

Impres­sio­nen der Ver­an­stal­tung / alle Fotos von Andrea Tscham­mer

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18 Gedanken zu „Flughafen Tegel endlich schließen … oder doch nicht?

  1. ja, bit­te, ich bin jetzt auch dabei — bit­te kräf­te sam­meln und end­lich gegen­wind zu die­sem hirn­lo­sen volks­ent­scheid auf­brin­gen!

  2. BITTE BITTE BITTE ! TEGEL MUSS GESCHLOSSEN WERDEN !!!
    Wir Span­dau­er wol­len end­lich Frie­den, Ruhe und eine bes­se­re Luft! Wir haben Freun­de in Staa­ken, Hasel­horst, Rei­ni­cken­dorf, alle sagen dass sie Ruhe wol­len von dem Flug­ha­fen.

    BITTE, TEGEL MUSS GESCHLOSSEN WERDEN !!!!

  3. Wie geht denn die Initia­ti­ve “Tegel schlie­ßen” jetzt mit dem anste­hen­den Volks­be­geh­ren um? Wird das Feld kampf­los geräumt oder gibt es jetzt- das wäre mei­ne Bit­te an die Ini­ta­to­ren des Ver­eins — end­lich Gegen­wind?

  4. Ich möch­te hier von den Befür­wor­tern für TXL stich­hal­ti­ge Argu­men­te für die Offen­hal­tung. Die­se soll­ten aber nicht die Fahr­zeit zum Flug­ha­fen beinhal­ten!

    Mir fällt nach reif­li­cher Über­le­gung über­haupt nichts ein, Ihnen?

  5. Die­sem Bei­trag kann ich in jedem Punkt zustim­men.
    Herr Cza­ja von der FDP ist in sei­nem Wohn­um­feld nicht vom Flug­ha­fen Tegel betrof­fen und hat
    es doch wirk­lich geschafft die Char­lot­ten­bur­ger und Ste­glit­zer Bevöl­ke­rung zu umgar­nen, um mit die­ser bil­li­gen und popu­lis­ti­schen Tour sei­ne Erwebs­li­nie im Ber­li­ner Abge­ord­ne­tem Haus zu sichern.Schönefeld ist ja auch ein biß­chen ost­ig, das mag man auch nicht so in den Süd­west­be­zir­ken unse­rer Stadt.
    Und jetzt kommt es rich­tig dicke. Demo­kra­tie ist schon eine groß­ar­ti­ge Sache .
    Herr Cza­ja von der FDP will mit 7 % der Wäh­ler­stim­men einen Volks­ent­scheid erwir­ken, in dem 7 % der Ber­li­ner ent­schei­den sollen,ob ich und mei­ne Mit­be­woh­ner in Pan­kow ‚Rei­ni­cken­dorf und Span­dau bis in alle Ewig­keit den Flug­lärm ertra­gen müs­sen.
    Das wäre ein Schild­bür­ger­streich der beson­de­ren Klas­se.
    Herr Cza­ja von der FDP, kann aber nicht zurück – Wahl­ver­spre­chen !
    Man soll­te ihm lang­sam etwas ent­ge­gen­setz­ten ‚denn die Tegel Geg­ner dür­fen das auch .

  6. Klaus D.
    Ich hat­te das zwei­fel­haf­te Ver­gnü­gen, am 29.8.2016 bei dem “Streit­ge­spräch” zu Tegel (in TXL) zwi­schen den Her­ren Cza­ja, FDP und Stro­ed­ter, SPD anwe­send zu sein. Da konn­te man erle­ben, wie die Streit­kul­tur inzwi­schen ver­kom­men ist. Die “Argu­men­te” der Strei­ten­den waren hin­läng­lich bekannt. Die Her­ren spul­ten ihre Sät­ze wie­der­holt her­un­ter. Am schlimms­ten aber war das Publi­kum. Es setz­te sich ziem­lich klar zu je 1/3 aus Nost­al­gi­ker-Befür­wor­tern, Angst­ha­ben­den-Miet­erhö­hung und Lärm­ge­quäl­ten-Tegel­geg­nern. Die bei­den ers­ten Drit­tel gin­gen regel­recht auf die Tegel­geg­ner los. Das Niveau der Dis­kus­si­on erin­ner­te mich fata­ler­wei­se an ande­re poli­ti­sche The­men (Flücht­lin­ge). Vie­le der Streit­häh­ne und Schrei­häl­se aus dem Befür­wort­erla­ger waren offen­sicht­lich FDP-Leu­te und wur­den ent­spre­chend begrüßt (die Ver­an­stal­tung wur­de von der FDP nahen Nau­mann-Stif­tung orga­ni­siert).
    Aus den Argu­men­ten und Reak­tio­nen von Herrn Cza­ja kann man sehr schnell ablei­ten, wel­ches sei­ne wah­ren Zie­le sind: Er will unbe­dingt ins Abge­ord­ne­ten­haus und aus Tegel einen Yup­pi-Flug­ha­fen machen. Das ers­te Ziel hat er ja erreicht. In all sei­nen Rede­bei­trä­gen in und außer­halb der Ver­an­stal­tung geht er weder auf die Nost­al­gi­ker noch die Ängst­li­chen ein. Die inter­es­sie­ren ihn ja auch gar nicht wirk­lich. War­um soll­ten Herr Cza­ja und die FDP auch plötz­lich zu Anwäl­ten der sozi­al Schwa­chen wer­den? Das Gegen­teil ist der Fall. Denn ein Flug­ha­fen Tegel, der neben BER mit erheb­lich redu­zier­ter Kapa­zi­tät wei­ter betrie­ben wird, ist ja ein “ruhi­ger” Flug­ha­fen (Zitat Herr Cza­ja). Die Busi­ness-und Pri­vat-Flie­ger heben in Tegel ab, und das Volk fliegt vom BER nach Mal­lor­ca. Die Wirt­schaft­lich­keit für die­sen Par­al­lel­be­trieb ist für Herrn Cza­ja natür­lich kein The­ma. … So ein Yup­pi-Air­port lockt dann die Edel­sa­nie­rer und Inves­to­ren für “hoch­wer­ti­ge” Immo­bi­li­en im Umfeld von Tegel erst rich­tig an, mit allen Kon­se­quen­zen bezüg­lich der Mie­ten und der Ver­drän­gung von Alt­mie­tern. Tegel ist in die­ser Kon­stel­la­ti­on mit Sicher­heit kei­ne Miet­preis­brem­se. Dies soll­te man den Nost­al­gi­kern und Ängst­li­chen klar machen. Sie sind nur das “Stimm­vieh” für Herrn Cza­ja, damit er die urei­gens­ten Inter­es­sen der Wirt­schaft und Inves­to­ren ver­tre­ten kann. Wem nützt also der Wei­ter­be­trieb von Tegel? Sicher­lich nicht den Nost­al­gi­kern oder Miet­ver­ängs­tig­ten! Die Ver­ängs­tig­ten soll­ten sich lie­ber eine/n andere/n Partei/Anwalt suchen, die/der ihre Inter­es­sen wirk­lich ver­tritt.

    1. Die­sem Bei­trag kann ich in jedem Punkt zustim­men.
      Herr Cza­ja von der FDP ist in sei­nem Wohn­um­feld nicht vom Flug­ha­fen Tegel betrof­fen und hat
      es doch wirk­lich geschafft die Char­lot­ten­bur­ger und Ste­glit­zer Bevöl­ke­rung zu umgar­nen, um mit die­ser bil­li­gen und popu­lis­ti­schen Tour sei­ne Erwebs­li­nie im Ber­li­ner Abge­ord­ne­tem Haus zu sichern.Schönefeld ist ja auch ein biß­chen ost­ig, das mag man auch nicht so in den Süd­west­be­zir­ken unse­rer Stadt.
      Und jetzt kommt es rich­tig dicke. Demo­kra­tie ist schon eine groß­ar­ti­ge Sache .
      Herr Cza­ja von der FDP will mit 7 % der Wäh­ler­stim­men einen Volks­ent­scheid erwir­ken, in dem 7 % der Ber­li­ner ent­schei­den sollen,ob ich und mei­ne Mit­be­woh­ner in Pan­kow ‚Rei­ni­cken­dorf und Span­dau bis in alle Ewig­keit den Flug­lärm ertra­gen müs­sen.
      Das wäre ein Schild­bür­ger­streich der beson­de­ren Klas­se.
      Herr Cza­ja von der FDP, kann aber nicht zurück — Wahl­ver­spre­chen !
      Man soll­te ihm lang­sam etwas ent­ge­gen­setz­ten ‚denn die Tegel Geg­ner dür­fen das auch .

  7. Die­ses The­ma wird wirk­lich schon sehr lan­ge heiß dis­ku­tiert. Ich wäre auf jeden Fall auch für eine Schlie­ßung von Tegel. Ich bin gespannt, wie es bei die­sem The­ma wei­ter­geht.
    Gruß, Mar­ko

    1. Ich bin auch gespannt ob da ein Gesetz­be­schluß gebro­chen wird …
      Na sicher muß Tegel schlie­ßen ansons­ten bestehe ich dar­auf das Tem­pel­hof geräumt wird und wie­der­eröff­net. War­um hat die­ser fei­ge Bür­ger­meis­ter 2008 über­haupt Tem­pel­hof geschlos­sen und damit Tegel voll­kom­men über­las­tet???????

  8. Noch ein Hin­weis für alle Zweif­ler: Wer steht wohl hin­ter Initia­ti­ven wie “Tegel bleibt offen” etc.… Blick ins Impres­sum: xyz wohn­haft: Ber­lin-Char­lot­ten­burg. Bei aller Lie­be. Es ist uner­träg­lich für mich, dass Leu­te in vom Lärm weit­ge­hend abge­kap­sel­ten Vor­zugs-Gegen­den, sich Ali­bi-Argu­men­te aus­den­ken, war­um Tegel offen blei­ben soll­te, nur weil sie in Wahr­heit für den Mal­lor­ca-Urlaub wei­ter­hin so eine schön kur­ze Flug­ha­fen-Anfahrt haben möch­ten. Was sind das für wider­wär­ti­ge Ego­is­ten, die Null Empa­thie für die Situa­ti­on der Nord-Ber­li­ner haben?

    1. Ja,auch Ich lebe in Char­lot­ten­burg. Aber Vor­zugs­ge­gend ? Die Jung­fern­hei­de gleich nebenan;und wenn der Wind gut steht kommt der Flie­ger auch hier akus­tisch gut rüber. Die Auto­bahn gleich neben­an und die Non­nen­damm­al­lee ist ja auch gaa­anz ruhig. Vor­zugs­ge­gend halt.

  9. Das alles ist eine hoch emo­tio­nal geführ­te Debat­te, kei­ne Fra­ge. Als in Span­dau auf­ge­wach­se­ner Ber­li­ner ist es für mich aber “uner­träg­lich”, dass Tegel nicht bit­te­schön end­lich zuge­macht wird. Spä­tes­tens mit der Inbe­trieb­nah­me vom BER muss Schluss sein. Aber nein, selbst sol­che Kleinst-Par­tei­en wie die FPD ver­su­chen mit dem Wei­ter­be­trieb noch zu punk­ten, obwohl die­se Leu­te ver­mut­lich nicht die Boh­ne inter­es­siert, wie die Bür­ger in den genann­ten Bezir­ken seit Jahr­zehn­ten unter die­sem Flug­ha­fen zu lei­den haben. Kei­ner von die­sen Poli­ti­kern hat ver­mut­lich je in die­ser Gegend gewohnt. Irr­wit­zi­ger­wei­se unter­stützt gera­de die FDP die­sen Unsinn, obwohl ein Tech­no­lo­gie­park zur Schaf­fung von Arbeits­plät­zen (so wie ursprüng­lich ange­dacht) dort viel sinn­vol­ler wäre.
    Fazit: Ber­lin braucht Tegel nicht. Ber­lin will Tegel nicht. Zumin­dest das Gros der Bewoh­ner hat ein Anrecht auf Schlie­ßung die­ses unsäg­li­chen Lärm-Mons­ters. Wo kann ich unter­schrei­ben?

    1. Wie kommt G.L. dazu für Ber­lin zu sprechen“Berlin will Tegel nicht” ? Ich möch­te TXL sehr wohl auch wei­ter­hin.

      1. Na dann zie­hen Sie mal nach Span­dau. Ich woh­ne seit 15 Jah­ren in mei­ner Eigen­tums­woh­nung. 10 Jah­re hat­te ich kei­nen Flug­lärm, dann gings von einem Tag zum ande­ren los. Flü­ge bis 22.00 Uhr dann die Aus­nah­men, teil­wei­se bis Mit­ter­nacht um halb 1 — halb 2 kommt die Post­ma­schi­ne wie Kami­ka­ze­flie­ger im Tief­flug und ab 6 Uhr gehts wie­der los teil­wei­se in 20 Sekun­den Abstän­den.

        Ich dach­te an Selbst­mord. 2 Jah­re kein Schlaf, kei­ne ruhi­ge Minu­te in mei­ner Woh­nung, Heul­krämp­fe, Ver­zweif­lung. Statt­des­sen für 10.000 Euro Schall­schutz­fens­ter ein­bau­en las­sen, lebe jetzt jah­re­lang nur von 50 Euro / Woche, um die­se Schul­den zu bezah­len. Davon muss ich essen, mei­ne Frei­zeit gestal­ten, Medi­ka­men­te bezah­len etc. Oft esse ich am Wochen­en­de nur Stul­le mit Ei weils bil­lig ist. Möch­ten Sie tau­schen?

        Wit­zig, der Lärm­schutz ist nicht mal wirk­lich aus­rei­chend aber mit Ohr­stöp­sel höre ich die Flug­zeu­ge nur noch ganz lei­se. Damit lebe ich jetzt seit Jah­ren. Bes­ser als nichts und viel bes­ser als vor­her.

        Ich kann seit Jah­ren bei 30 Grad oder mehr kei­ne Fens­ter öff­nen, weil der Lärm nicht erträg­lich ist. Ich kann mei­ne Bal­ko­ne nicht nut­zen. Die Flug­zeu­ge flie­gen super tief, ins­be­son­de­re Air Ber­lin.

        Mag ich Tegel? Ja! Möch­te ich eine Stun­de nach Schö­ne­feld fah­ren, nein. Aber die­ser stän­di­ge Lärm und nur weni­ge Stun­den Ruhe und dass man die Anwoh­ner sich sel­ber über­lässt und die Schul­tern zuckt wenn es um Lärm­schutz ist eine Frech­heit.

    2. Dan­ke G.L. Sie spre­chen uns und 12 ande­ren Fami­li­en aus Span­dau aus der See­le. Wir wol­len Tegel nicht. Wir wol­len end­lich Frie­den hier in Span­dau von dem Dreck der unse­re Lun­gen ver­pes­tet und dem Lärm.

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