Flughafen Tegel endlich schließen … oder doch nicht?

Beim Berlin­er Pub-Talk disku­tierten Hol­ger Lück ( BI Tegel endlich schließen/DANKE TEGEL) und Sebasti­na Cza­ja (FDP)

Von Matthias Ban­nas und Irene Waltz-Oppertshäuser

Der Flughafen Tegel ist bere­its einige Jahre länger im Betrieb als geplant. Nun wird mit einem Volks­begehren das Ziel ver­fol­gt, den Flughafen auch nach Eröff­nung des BER offen zu hal­ten. Hierzu disku­tierten Sebas­t­ian Cza­ja, Gen­er­alsekretär und FDP-Spitzenkan­di­dat bei der Wahl zum Berlin­er Abge­ord­neten­haus und Mitini­tia­tor des Volks­begehrens, mit Robert Ide, Leit­er der Berlin/Bran­den­burg-Redak­tion des Tagesspiegels und Hol­ger Lück, „Bürg­erini­tia­tive Tegel endlich schließen!“, beim Berlin­er Pub Talk am 9. Juni. Die Ver­anstal­tung wurde von Irene Waltz-Oppertshäuser mod­eriert.

Von links: Hol­ger Lück, Irene Waltz-Oppertshäuser, Robert Ide, Sebas­t­ian Cza­ja und Matthias Ban­nas

Worüber wurde diskutiert?

Am Flughafen Berlin-Bran­den­burg (BER) wird noch gebaut. Es zeich­net sich aber bere­its ab, dass er bei der Eröff­nung zu klein sein wird. Das ist Anlass für ein Volks­begehren zum Weit­er­be­trieb des Flughafens Tegel. Aber ist der Flughafen Tegel über­haupt noch zeit­gemäß? Er wurde 1974 für 2,5 Mil­lio­nen Pas­sagiere jährlich geplant. Im let­zten Jahr waren es mehr als 21 Mil­lio­nen Pas­sagiere und die Zahlen steigen weit­er. Ist Tegel deshalb bere­its ein Sicher­heit­srisiko? Den Preis für den Flug­be­trieb – ins­beson­dere durch den Fluglärm – zahlen die Anwohn­er in den umliegen­den, ein­wohn­er­starken Bezirken. Sollte Tegel möglichst schnell geschlossen oder weit­er­be­trieben wer­den?

Die Rollen bei der Diskus­sion waren klar verteilt. Während Cza­ja sich für den Weit­er­be­trieb des Flughafens Tegel stark machte, forderte Lück die TXL-Schließung nach der BER Eröff­nung. Ide wies darauf hin, dass der Flughafen Tegel unter den Lesern des Tagesspiegels viele Sym­pa­thisan­ten habe, die Ver­nun­ft spreche aber für eine Schließung. In der Redak­tion des Tagesspiegels gebe es ganz unter­schiedliche Mei­n­un­gen zum The­ma.

Kapazitäten in Berlin

Die Prog­nose von Cza­ja, dass Berlin im Jahr 2030 mit 60 Mil­lio­nen Flug­pas­sagieren im Jahr rech­nen müsse, wurde von Lück nicht geteilt. Der Flugverkehr werde – auch vor dem Hin­ter­grund des Kli­maschutzes – nicht beliebig weit­er wach­sen, momen­tan finde vor allem ein Ver­drän­gungswet­tbe­werb der Low Cost Air­lines gegen Air Berlin Lufthansa statt, deshalb kön­nen die momen­ta­nen Zuwächse nicht ein­fach in die Zukun­ft fort­geschrieben wer­den. Dass die derzeit­ig vorhan­de­nen Kapaz­itäten am Flughafen BER nicht aus­re­ichen, war aber unstrit­tig. Ide wies darauf hin, dass der Berlin­er Sen­at zurzeit keinen zusät­zlichen BER-Aus­bau in Angriff nehmen würde. Lück erk­lärte, dass ähn­lich wie in Lon­don-Heathrow es auch beim BER möglich sei, bis zu 60 Mil­lio­nen Pas­sagiere mit 2 Start- und Lan­de­bah­nen zu ver­sor­gen. Der BER-Plan­fest­stel­lungs­beschluss gebe dazu genug Raum. Cza­ja äußerte da seine Zweifel und wies darauf hin, dass der BER und Lon­don-Heathrow, über den vor­wiegend Langstreck­en­verkehr abgewick­elt werde, nicht zu ver­gle­ichen seien. Überdies sei dort die Fluglärm­be­las­tung viel größer, weil die Flugzeuge in vier Flugschleifen über der Stadt kreisen.

… und in Tegel?

Ohne die nachträglich ange­baut­en Extrater­mi­nals („Blech­büch­sen“) kön­nen auch in Tegel nur max­i­mal fünf Mil­lio­nen Pas­sagiere im Jahr abge­fer­tigt wer­den, so Lück. Tegel wäre nur ein Tropfen auf den heißen Stein, zu klein und im Betrieb zu teuer. Der im Ver­gle­ich immer wieder genan­nte Lon­don­er City Air­port könne nur fünf Mil­lio­nen Pas­sagiere abfer­ti­gen. Die verkürzte Start­bahn sei nur für Kle­in­flugzeuge zuge­lassen. Hinzu kämen eine Schließung am Woch­enende und ein strik­tes Flugver­bot von 21.30 Uhr bis 6.30 Uhr. Cza­ja warb für den Weit­er­be­trieb des Flughafens Tegel mit deut­lich weniger Flü­gen als heute und einem stren­gen Nacht­flugver­bot von 22 Uhr bis 6 Uhr. Damit kön­nten die Belas­tun­gen durch den Flugverkehr bess­er verteilt wer­den. Zudem seien Flugzeuge heute leis­er als früher.

Verlustgeschäft Flughäfen?

Zurzeit macht Berlin mit dem Flughafen Tegel Gewinn. Ob sich der Flughafen aber weit­er­hin für die Stadt rech­net oder ob Berlin am Ende zwei Flughäfen mit Ver­lust betreiben würde, ist offen. Lück wies darauf hin, dass bei einem Weit­er­be­trieb auch in Tegel erhe­blich­er Investi­tions­be­darf bestünde. Von den Toi­let­ten ange­fan­gen seien viele Ein­rich­tun­gen des Flughafens mar­o­de oder „pure Pro­vi­sorien“. Das sei aber das ger­ing­ste Prob­lem, meinte Cza­ja. Er kri­tisierte, dass die Toi­let­ten des Flughafens Tegel mehr Aufmerk­samkeit erhal­ten, als die Toi­let­ten in den Berlin­er Schulen. Ein viel größer­er Posten sind die Aufwen­dun­gen für Lärm­schutz, auf den die Anwohn­er ab 2017 einen Recht­sanspruch haben.

Fluglärm

Mehrere Teil­nehmer der Ver­anstal­tung kri­tisierten die mas­sive Fluglärm­be­las­tung in den Ein­flugschneisen des Flughafens Tegel. Doch nur mit Lärm­schutz sei ihnen nicht geholfen, weil auch Balkons und Gärten nicht genutzt wer­den kön­nen. Cza­ja wies darauf hin, dass ab 2017 ein Anspruch auf Lärm­schutz beste­he. Es wäre aber absurd, Geld in Lärm­schutz zu investieren und dann den Flughafen zu schließen. Lück antwortete, dass auch mit Lärm­schutz für eine umgren­zte Zahl an Anwohn­ern in geschlosse­nen Räu­men die gesund­heitliche Belas­tung durch Fluglärm bleibe. Ide fügte hinzu, dass man den Bürg­ern in Span­dau, Reinick­endorf, Wed­ding, Pankow und Weißensee ver­sprochen habe, das sie in Zukun­ft in Ruhe leben kön­nen. Ins­ge­samt seien die Sig­nale dazu, wie attrak­tiv das Wohnen in Flughafen­nähe ist, aber wider­sprüch­lich. So steigen in Schöne­feld die Preise für Wohn­bauland.

Sicherheit

Es beste­hen erhe­bliche Sicher­heit­srisiken durch den Betrieb des Flughafens Tegel, erk­lärte Lück – drauf bezö­gen sich expliz­it der BER-Plan­fest­stel­lungs­beschluss und das entsprechende Urteil des Bun­desver­wal­tungs­gericht­es. Durch das hohe Flu­gaufkom­men über einem dichtbe­siedel­ten Gebi­et entste­hen Absturzrisiken. Kerosin werde mit LKWs durch die Stadt gefahren. Ob Tegel aus­re­ichend gegen Ter­ror geschützt sei und heute über­haupt eine Genehmi­gung erhal­ten würde, bezweifelte er. Cza­ja antwortete, dass Tegel nach Prü­fun­gen alle Sicher­heits­stan­dards erfülle. Zudem wies er darauf hin, dass Tegel nach Angaben der Flughafenge­sellschaft selb­st für das europäis­che Sicher­heits-Zer­ti­fikat tauglich sei.

… und wie geht es weiter?

Wie man es dreht oder wen­det, lan­det die Diskus­sion zu Tegel bei der Frage, ob ein Weit­er­be­trieb des Flughafens über­haupt rechtlich möglich ist. Hier waren die Kon­tra­hen­ten erwartungs­gemäß unter­schiedlich­er Auf­fas­sung. Ide wies abschließend darauf hin, dass die poli­tis­chen Entschei­der – unab­hängig von juris­tis­chen Fra­gen – den Willen des Wäh­lers bei ihren Entschei­dun­gen berück­sichti­gen. Das gelte auch für Volks­begehren.

Weit­ere Berichte zur Ver­anstal­tung: hier aus dem Tagesspiegel und der BZ .

Impres­sio­nen der Ver­anstal­tung / alle Fotos von Andrea Tscham­mer

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18 Gedanken zu „Flughafen Tegel endlich schließen … oder doch nicht?

  1. ja, bitte, ich bin jet­zt auch dabei — bitte kräfte sam­meln und endlich gegen­wind zu diesem hirn­losen volk­sentscheid auf­brin­gen!

  2. BITTE BITTE BITTE ! TEGEL MUSS GESCHLOSSEN WERDEN !!!
    Wir Span­dauer wollen endlich Frieden, Ruhe und eine bessere Luft! Wir haben Fre­unde in Staak­en, Hasel­horst, Reinick­endorf, alle sagen dass sie Ruhe wollen von dem Flughafen.

    BITTE, TEGEL MUSS GESCHLOSSEN WERDEN !!!!

  3. Wie geht denn die Ini­tia­tive “Tegel schließen” jet­zt mit dem anste­hen­den Volks­begehren um? Wird das Feld kampf­los geräumt oder gibt es jet­zt- das wäre meine Bitte an die Ini­ta­toren des Vere­ins — endlich Gegen­wind?

  4. Ich möchte hier von den Befür­wortern für TXL stich­haltige Argu­mente für die Offen­hal­tung. Diese soll­ten aber nicht die Fahrzeit zum Flughafen bein­hal­ten!

    Mir fällt nach rei­flich­er Über­legung über­haupt nichts ein, Ihnen?

  5. Diesem Beitrag kann ich in jedem Punkt zus­tim­men.
    Herr Cza­ja von der FDP ist in seinem Wohnum­feld nicht vom Flughafen Tegel betrof­fen und hat
    es doch wirk­lich geschafft die Char­lot­ten­burg­er und Steglitzer Bevölkerung zu umgar­nen, um mit dieser bil­li­gen und pop­ulis­tis­chen Tour seine Erweb­slin­ie im Berlin­er Abge­ord­netem Haus zu sichern.Schönefeld ist ja auch ein bißchen ostig, das mag man auch nicht so in den Süd­west­bezirken unser­er Stadt.
    Und jet­zt kommt es richtig dicke. Demokratie ist schon eine großar­tige Sache .
    Herr Cza­ja von der FDP will mit 7 % der Wäh­ler­stim­men einen Volk­sentscheid erwirken, in dem 7 % der Berlin­er entschei­den sollen,ob ich und meine Mit­be­wohn­er in Pankow ‚Reinick­endorf und Span­dau bis in alle Ewigkeit den Fluglärm ertra­gen müssen.
    Das wäre ein Schild­bürg­er­stre­ich der beson­deren Klasse.
    Herr Cza­ja von der FDP, kann aber nicht zurück – Wahlver­sprechen !
    Man sollte ihm langsam etwas ent­ge­genset­zten ‚denn die Tegel Geg­n­er dür­fen das auch .

  6. Klaus D.
    Ich hat­te das zweifel­hafte Vergnü­gen, am 29.8.2016 bei dem “Stre­it­ge­spräch” zu Tegel (in TXL) zwis­chen den Her­ren Cza­ja, FDP und Stroedter, SPD anwe­send zu sein. Da kon­nte man erleben, wie die Stre­itkul­tur inzwis­chen verkom­men ist. Die “Argu­mente” der Stre­i­t­en­den waren hin­länglich bekan­nt. Die Her­ren spul­ten ihre Sätze wieder­holt herunter. Am schlimm­sten aber war das Pub­likum. Es set­zte sich ziem­lich klar zu je 1/3 aus Nos­tal­gik­er-Befür­wortern, Angsthaben­den-Mieter­höhung und Lär­mge­quäl­ten-Tegel­geg­n­ern. Die bei­den ersten Drit­tel gin­gen regel­recht auf die Tegel­geg­n­er los. Das Niveau der Diskus­sion erin­nerte mich fataler­weise an andere poli­tis­che The­men (Flüchtlinge). Viele der Stre­i­thähne und Schrei­hälse aus dem Befür­worter­lager waren offen­sichtlich FDP-Leute und wur­den entsprechend begrüßt (die Ver­anstal­tung wurde von der FDP nahen Nau­mann-Stiftung organ­isiert).
    Aus den Argu­menten und Reak­tio­nen von Her­rn Cza­ja kann man sehr schnell ableit­en, welch­es seine wahren Ziele sind: Er will unbe­d­ingt ins Abge­ord­neten­haus und aus Tegel einen Yup­pi-Flughafen machen. Das erste Ziel hat er ja erre­icht. In all seinen Rede­beiträ­gen in und außer­halb der Ver­anstal­tung geht er wed­er auf die Nos­tal­gik­er noch die Ängstlichen ein. Die inter­essieren ihn ja auch gar nicht wirk­lich. Warum soll­ten Herr Cza­ja und die FDP auch plöt­zlich zu Anwäl­ten der sozial Schwachen wer­den? Das Gegen­teil ist der Fall. Denn ein Flughafen Tegel, der neben BER mit erhe­blich reduziert­er Kapaz­ität weit­er betrieben wird, ist ja ein “ruhiger” Flughafen (Zitat Herr Cza­ja). Die Busi­ness-und Pri­vat-Flieger heben in Tegel ab, und das Volk fliegt vom BER nach Mal­lor­ca. Die Wirtschaftlichkeit für diesen Par­al­lel­be­trieb ist für Her­rn Cza­ja natür­lich kein The­ma. … So ein Yup­pi-Air­port lockt dann die Edel­sanier­er und Inve­storen für “hochw­er­tige” Immo­bilien im Umfeld von Tegel erst richtig an, mit allen Kon­se­quen­zen bezüglich der Mieten und der Ver­drän­gung von Alt­mi­etern. Tegel ist in dieser Kon­stel­la­tion mit Sicher­heit keine Miet­preis­bremse. Dies sollte man den Nos­tal­gik­ern und Ängstlichen klar machen. Sie sind nur das “Stim­mvieh” für Her­rn Cza­ja, damit er die ure­igen­sten Inter­essen der Wirtschaft und Inve­storen vertreten kann. Wem nützt also der Weit­er­be­trieb von Tegel? Sicher­lich nicht den Nos­tal­gik­ern oder Mietverängstigten! Die Verängstigten soll­ten sich lieber eine/n andere/n Partei/Anwalt suchen, die/der ihre Inter­essen wirk­lich ver­tritt.

    1. Diesem Beitrag kann ich in jedem Punkt zus­tim­men.
      Herr Cza­ja von der FDP ist in seinem Wohnum­feld nicht vom Flughafen Tegel betrof­fen und hat
      es doch wirk­lich geschafft die Char­lot­ten­burg­er und Steglitzer Bevölkerung zu umgar­nen, um mit dieser bil­li­gen und pop­ulis­tis­chen Tour seine Erweb­slin­ie im Berlin­er Abge­ord­netem Haus zu sichern.Schönefeld ist ja auch ein bißchen ostig, das mag man auch nicht so in den Süd­west­bezirken unser­er Stadt.
      Und jet­zt kommt es richtig dicke. Demokratie ist schon eine großar­tige Sache .
      Herr Cza­ja von der FDP will mit 7 % der Wäh­ler­stim­men einen Volk­sentscheid erwirken, in dem 7 % der Berlin­er entschei­den sollen,ob ich und meine Mit­be­wohn­er in Pankow ‚Reinick­endorf und Span­dau bis in alle Ewigkeit den Fluglärm ertra­gen müssen.
      Das wäre ein Schild­bürg­er­stre­ich der beson­deren Klasse.
      Herr Cza­ja von der FDP, kann aber nicht zurück — Wahlver­sprechen !
      Man sollte ihm langsam etwas ent­ge­genset­zten ‚denn die Tegel Geg­n­er dür­fen das auch .

  7. Dieses The­ma wird wirk­lich schon sehr lange heiß disku­tiert. Ich wäre auf jeden Fall auch für eine Schließung von Tegel. Ich bin ges­pan­nt, wie es bei diesem The­ma weit­erge­ht.
    Gruß, Marko

    1. Ich bin auch ges­pan­nt ob da ein Geset­zbeschluß gebrochen wird …
      Na sich­er muß Tegel schließen anson­sten beste­he ich darauf das Tem­pel­hof geräumt wird und wieder­eröffnet. Warum hat dieser feige Bürg­er­meis­ter 2008 über­haupt Tem­pel­hof geschlossen und damit Tegel vol­lkom­men über­lastet???????

  8. Noch ein Hin­weis für alle Zwei­fler: Wer ste­ht wohl hin­ter Ini­tia­tiv­en wie “Tegel bleibt offen” etc.… Blick ins Impres­sum: xyz wohn­haft: Berlin-Char­lot­ten­burg. Bei aller Liebe. Es ist unerträglich für mich, dass Leute in vom Lärm weit­ge­hend abgekapsel­ten Vorzugs-Gegen­den, sich Ali­bi-Argu­mente aus­denken, warum Tegel offen bleiben sollte, nur weil sie in Wahrheit für den Mal­lor­ca-Urlaub weit­er­hin so eine schön kurze Flughafen-Anfahrt haben möcht­en. Was sind das für wider­wär­tige Ego­is­t­en, die Null Empathie für die Sit­u­a­tion der Nord-Berlin­er haben?

    1. Ja,auch Ich lebe in Char­lot­ten­burg. Aber Vorzugs­ge­gend ? Die Jungfern­hei­de gle­ich nebenan;und wenn der Wind gut ste­ht kommt der Flieger auch hier akustisch gut rüber. Die Auto­bahn gle­ich nebe­nan und die Non­nen­dammallee ist ja auch gaaanz ruhig. Vorzugs­ge­gend halt.

  9. Das alles ist eine hoch emo­tion­al geführte Debat­te, keine Frage. Als in Span­dau aufgewach­sen­er Berlin­er ist es für mich aber “unerträglich”, dass Tegel nicht bitteschön endlich zugemacht wird. Spätestens mit der Inbe­trieb­nahme vom BER muss Schluss sein. Aber nein, selb­st solche Kle­inst-Parteien wie die FPD ver­suchen mit dem Weit­er­be­trieb noch zu punk­ten, obwohl diese Leute ver­mut­lich nicht die Bohne inter­essiert, wie die Bürg­er in den genan­nten Bezirken seit Jahrzehn­ten unter diesem Flughafen zu lei­den haben. Kein­er von diesen Poli­tik­ern hat ver­mut­lich je in dieser Gegend gewohnt. Irrwitziger­weise unter­stützt ger­ade die FDP diesen Unsinn, obwohl ein Tech­nolo­giepark zur Schaf­fung von Arbeit­splätzen (so wie ursprünglich angedacht) dort viel sin­nvoller wäre.
    Faz­it: Berlin braucht Tegel nicht. Berlin will Tegel nicht. Zumin­d­est das Gros der Bewohn­er hat ein Anrecht auf Schließung dieses unsäglichen Lärm-Mon­sters. Wo kann ich unter­schreiben?

    1. Wie kommt G.L. dazu für Berlin zu sprechen“Berlin will Tegel nicht” ? Ich möchte TXL sehr wohl auch weit­er­hin.

      1. Na dann ziehen Sie mal nach Span­dau. Ich wohne seit 15 Jahren in mein­er Eigen­tumswoh­nung. 10 Jahre hat­te ich keinen Fluglärm, dann gings von einem Tag zum anderen los. Flüge bis 22.00 Uhr dann die Aus­nah­men, teil­weise bis Mit­ter­nacht um halb 1 — halb 2 kommt die Post­mas­chine wie Kamikaze­flieger im Tief­flug und ab 6 Uhr gehts wieder los teil­weise in 20 Sekun­den Abstän­den.

        Ich dachte an Selb­st­mord. 2 Jahre kein Schlaf, keine ruhige Minute in mein­er Woh­nung, Heulkrämpfe, Verzwei­flung. Stattdessen für 10.000 Euro Schallschutzfen­ster ein­bauen lassen, lebe jet­zt jahre­lang nur von 50 Euro / Woche, um diese Schulden zu bezahlen. Davon muss ich essen, meine Freizeit gestal­ten, Medika­mente bezahlen etc. Oft esse ich am Woch­enende nur Stulle mit Ei weils bil­lig ist. Möcht­en Sie tauschen?

        Witzig, der Lärm­schutz ist nicht mal wirk­lich aus­re­ichend aber mit Ohrstöpsel höre ich die Flugzeuge nur noch ganz leise. Damit lebe ich jet­zt seit Jahren. Bess­er als nichts und viel bess­er als vorher.

        Ich kann seit Jahren bei 30 Grad oder mehr keine Fen­ster öff­nen, weil der Lärm nicht erträglich ist. Ich kann meine Balkone nicht nutzen. Die Flugzeuge fliegen super tief, ins­beson­dere Air Berlin.

        Mag ich Tegel? Ja! Möchte ich eine Stunde nach Schöne­feld fahren, nein. Aber dieser ständi­ge Lärm und nur wenige Stun­den Ruhe und dass man die Anwohn­er sich sel­ber über­lässt und die Schul­tern zuckt wenn es um Lärm­schutz ist eine Frech­heit.

    2. Danke G.L. Sie sprechen uns und 12 anderen Fam­i­lien aus Span­dau aus der Seele. Wir wollen Tegel nicht. Wir wollen endlich Frieden hier in Span­dau von dem Dreck der unsere Lun­gen ver­pestet und dem Lärm.

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