Archiv der Kategorie: Kommentar

Brauchen wir einen „Runden Tisch“ oder „Schlichter“ für TXL?

Ein Kom­men­tar von Klaus Diet­rich zu dem Arti­kel im Tagesspiegel
»Tegel-Schlich­ter ver­zwei­felt gesucht«

Ich sage es gleich: Ein „Run­der Tisch“ ist obso­let, weil die Koali­ti­on der „Tegel-Ret­ter“ aus FDP, AfD und CDU nicht mit­ma­chen will. Die haben auch einen guten Grund dafür, weil am „Run­den Tisch“ dann für alle sicht­bar wür­de, dass sie eigent­lich über­haupt kei­ne Argu­men­te haben.

Soll statt des­sen ein Schlich­ter her und was soll der denn schlichten?

Zunächst bleibt fest­zu­stel­len, dass der Volks­ent­scheid weder die Rechts­la­ge noch die Fak­ten­la­ge ver­än­dert hat. Dazu gehö­ren vier Dinge:

  • Ers­tens ist klar, dass der BER nicht zu klein ist.
  • Zwei­tens ist klar, dass für die Umset­zung des Kon­zepts für den Luft­ver­kehr in der Regi­on Ber­lin-Bran­den­burg eine poli­ti­sche Ent­schei­dung gefällt wer­den muss. Dar­in sind sich sogar die bis­he­ri­gen „Gut­ach­ter“ mit dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt einig.
  • Drit­tens ist klar, dass aus der Auf­for­de­rung zum Han­deln an den Ber­li­ner Senat noch immer kein Gesetz gewor­den ist. Der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter M. Mül­ler und der Senat haben also alle Optio­nen zur Ver­fü­gung, ihren poli­ti­schen Wil­len zu arti­ku­lie­ren und eine poli­ti­sche Ent­schei­dung zu fällen.
  • Vier­tens ist klar, dass auch Vol­kes Wil­le kei­ne ver­brief­ten Grund- und Men­schen­rech­te von Min­der­hei­ten aus­he­beln darf.

Wenn das alles so klar ist, was brau­chen wir, was braucht Ber­lin denn dann?

  • Wir wol­len, dass eine hoch­ran­gi­ge, inte­gre, unab­hän­gi­ge, kom­pe­ten­te und von allen respek­tier­te Per­sön­lich­keit (z. B. ein(e) ehe­ma­li­ger Bundesrichter*in) für die Berliner*Innen ver­ständ­lich fol­gen­des klarstellt:
  • Wel­che recht­li­chen und sons­ti­gen Fol­gen erge­ben sich, wenn der Senat von Ber­lin den „Wider­spruch zum Wider­spruch der Betriebs­ge­neh­mi­gung“, den „Wider­spruch zum Wider­spruch der (fik­ti­ven) Plan­fest­stel­lung“ zum TXL, die ein­sei­ti­ge Kün­di­gung des Staats­ver­tra­ges zur gemein­sa­men Lan­des­ent­wick­lungs­pla­nung für Ber­lin und Bran­den­burg und eine Ände­rung des LEP-FS aus­spricht bzw. beantragt.
  • Kann der Senat auf Grund der recht­li­chen und objek­ti­ven Fak­ten­la­ge (Plan­fest­stel­lungs­be­schluss und vor­lie­gen­de Kapa­zi­täts­zah­len zum BER) gezwun­gen wer­den, die o. g. Schrit­te einzuleiten?

Soll der Ber­li­ner Senat als Kon­se­quenz aus dem Volks­ent­scheid das von den Befür­wor­tern gefor­der­te, mit allen fest­ge­stell­ten Risi­ken behaf­te­te Ver­fah­ren in Gang setzen?

Wenn das von den Befür­wor­tern gefor­der­ten Ver­fah­ren in einer recht­li­chen und poli­ti­schen Sack­gas­se endet, dann darf der Senat den Auf­for­de­run­gen der Koali­ti­on der „Tegel Ret­ter“ aus FDP, AfD und CDU nicht Fol­ge leisten.

Es gibt nur eine Lösung: die zügi­ge Fer­tig­stel­lung und Eröff­nung des BER und die Schlies­sung des TXL spä­tes­tens 6 Mona­te danach. Nur dadurch kann der Gesell­schaft­li­che Kon­sens und der poli­ti­sche Frie­den wie­der her­ge­stellt werden.

Highlight für TXL: Jumbos von Frankfurt nach Tegel

Ein Kom­men­tar von Klaus Dietrich

Die Rück­sichts­lo­sig­keit hat offen­sicht­lich die Mit­te der Gesell­schaft erreicht. Anders kann man die Ankün­di­gung der Luft­han­sa nicht inter­pre­tie­ren, im Novem­ber mit Jum­bos vom Typ 747–400 mehr als 126 Flug­be­we­gun­gen zwi­schen FRA und TXL durch­zu­füh­ren. Die Jum­bo-Flü­ge mit dem ältes­ten und lau­tes­ten Modell wird von der LH auch noch als beson­de­res High­light ange­kün­digt. Zum Ver­gleich: Die B747-400 ist in Lärm­ka­te­go­rie 14 (der zweit­höchs­ten die es gibt), wäh­rend ein Air­bus A320 in Kate­go­rie 3 ist. Das ist Zynis­mus pur gegen­über den 300.000 Anwoh­nern von Tegel. Es wäre inter­es­sant zu wis­sen, ob die LH dann wirk­lich die ent­spre­chen­den Gebüh­ren dafür zahlt.

Da gibt es natür­lich auch wie­der Leu­te die es super cool fin­den, wenn ihnen dann der Rie­sen­vo­gel mit Getö­se die Glat­ze rasiert. Aber denen ist ja sowie­so nicht zu helfen.

Sol­cher Schwach­sinn zeigt zweierlei:

  1. Es ist offen­sicht­lich nicht mög­lich, den Flug­ge­sell­schaf­ten Vor­schrif­ten zu machen, mit wel­chem Flug­ge­rät sie ihre Flü­ge abwi­ckeln. Die Flug­ge­sell­schaf­ten kön­nen nach Belie­ben jede Art von Flug­ge­rät einsetzen.
  2. Es straft die Aus­sa­gen der „Tegel-Ret­ter“ Lügen die behaup­ten, man könn­te den Flug­be­trieb am TXL regu­lie­ren. Das ist dann der Vor­ge­schmack für das was wir erwar­ten kön­nen, wenn bei Offen­hal­tung von Tegel die Flug­ge­sell­schaf­ten ihren regu­lä­rem Flug­be­trieb hier wei­ter durch­zie­hen. Dann gebührt Herrn Cza­ja und sei­nen AfD und CDU Fans der beson­de­re „Dank“ für sol­che „High­lights“.

Wir haben als BI natür­lich bei der Sen­UVK und der LH unse­re Beschwer­de dazu ein­ge­reicht. Wir sind gespannt auf die Ant­wort (Herr Dr. Rosin ist z. Zt. In Urlaub).

Viel­leicht errei­chen wir ja, dass die Jum­bo Lärm- und Dreck­schleu­dern dann im Tief­flug eine Ehren­run­de über Zehlen­dorf, Char­lot­ten­burg und ande­re Bezir­ke zie­hen dürfen.

Überwiegend innerdeutsche Städteflüge von und nach Tegel

Ein Kom­men­tar von Y. Karow, Ein­flug­schnei­se Spandau

Wer z. B. mit fligh­t­ra­dar 24 die Flug­be­we­gun­gen von und nach Tegel ver­folgt, weiß schon lan­ge, was ges­tern auch der Tages­spie­gel fest­ge­stellt hat: Es han­delt sich fast immer um inner­deut­sche Städ­te­flü­ge, z. B. nach Frank­furt, Stutt­gart, Düs­sel­dorf, Nürn­berg und: ins­be­son­de­re nach Mün­chen (!). Alle­samt Zie­le, die u.a. wesent­lich umwelt­scho­nen­der mit der Deut­schen Bahn zu errei­chen sind. D. h. die­je­ni­gen, die am Sonn­tag mit “Ja” gestimmt hat­ten (für die Offen­hal­tung Tegels), wer­den mit Sicher­heit ent­täuscht sein, wenn sie fest­stel­len müs­sen, daß es mit­nich­ten dar­um geht, für “die Ber­li­ner” Tegel offen hal­ten zu wol­len, son­dern für die Cza­jas, Lind­ners und Grütt­gers sowie Geschäfts­rei­sen­den, die es ledig­lich schnel­ler und beque­mer als in der Bahn haben wol­len. Von Tegel bis in die FDP-Par­tei­zen­tra­le in der Rein­hardt­stra­ße sind es, wenn kein Stau ist, ledig­lich zehn Auto­mi­nu­ten. Dafür sind sie ohne Skru­pel bereit, die Wohn- und Lebens­qua­li­tät von Hun­dert­tau­sen­den zu opfern. Zynisch ist, wer behaup­tet, mit Lärm­schutz wäre die Sache erle­digt: Flug­zeug­lärm ist nicht nur in den Häu­sern, son­dern vor allen Din­gen drau­ßen: Wer bit­te kann einen Lärm­schutz bereit stel­len für Spiel­plät­ze, Sport­an­la­gen, Pau­sen­hö­fe, Park­an­la­gen, Stra­ßen­ca­fes, Gär­ten, Bal­ko­ne, Terrassen .… ?

Die Standard-Lüge oder
das Tarnkappen-Argument
der „Tegel-Retter“

Ist es eine Lüge, wenn man zu einem Sach­ver­halt ein­fach wesent­li­che Fak­ten verschweigt?
Wenn durch Weg­las­sen von Fak­ten die Kern­aus­sa­ge ver­fälscht wird, dann ist es auch eine Lüge.

Die Betrei­ber und Befür­wor­ter des Volks­ent­scheids der Cza­ja-FDP, der AfD und der CDU behaup­ten, der BER sei mit einer Eröff­nungs­ka­pa­zi­tät von 22 Mio. Pas­sa­gie­ren zu klein und auch ins­ge­samt zu klein kon­zi­piert. Sie ver­schwei­gen dabei die wesent­li­che Tat­sa­che, dass durch den bis 2025 geplan­ten Par­al­lel­be­trieb von BER und SXF bei Eröff­nung mehr als 38 Mio. Pas­sa­gie­re und spä­ter bis zu 60 Mio. Pas­sa­gie­re abge­fer­tigt wer­den kön­nen. Wie die­se Aus­sa­ge dann zu bewer­ten ist, sie­he oben. Die Stan­dard-Lüge oder
das Tarn­kap­pen-Argu­ment
der „Tegel-Ret­ter“
wei­ter­le­sen

Schallschutz-Kosten: FDP muß Rechtsverstoß zugeben

Volks­ent­scheid Tegel: FDP Lan­des­ver­band Ber­lin hat Unter­las­sungs­er­klä­rung unterzeichnet

Die Ber­li­ner FDP darf nicht län­ger behaup­ten, dass ein Gut­ach­ten des Öko-Insti­tuts die Kos­ten für den Schall­schutz am Flug­ha­fen Tegel auf rund 108 Mil­lio­nen Euro bezif­fert hat. Beim Öko-Insti­tut ist heu­te eine ent­spre­chen­de Unter­las­sungs­er­klä­rung des Lan­des­ver­ban­des ein­ge­gan­gen. Schall­schutz-Kos­ten: FDP muß Rechts­ver­stoß zuge­ben wei­ter­le­sen

Appell an die WestBERliner: Jetzt aber mal Verstand statt Bequemlichkeit!

Berlin Trend - Knappe Mehrheit will Tegel offen halten | Berliner Morgenpost

Ein Auf­ruf von Klaus Dietrich

Lie­be WestBERliner,

es kann doch nicht sein, dass Sie weni­ger Durch­blick haben als Ihre Mit­bür­ger aus dem Ost­teil der Stadt. Ein Volks­ent­scheid ist nicht dafür geschaf­fen und in unse­rer Ver­fas­sung ver­an­kert wor­den, um als poli­ti­sche Far­ce miss­braucht zu wer­den. Appell an die West­BER­li­ner: Jetzt aber mal Ver­stand statt Bequem­lich­keit! wei­ter­le­sen