Berlin braucht Tegel nicht!

Der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter  — Senats­kanz­lei

Beschluss über den Umgang des Senats von Berlin mit dem Volksentscheid »Berlin braucht Tegel«

Pres­se­mit­tei­lung vom 27.03.2018
Aus der Sit­zung des Senats am 27. März 2018:

Der Senat schlägt dem Abge­ord­ne­ten­haus von Ber­lin mit dem heu­ti­gen Beschluss vor, zustim­mend zur Kennt­nis zu neh­men, dass der mit dem Volks­ent­scheid „Ber­lin braucht Tegel“ vom 24. Sep­tem­ber 2017 gem. Art. 62 Abs. 1 Satz 2 der Ver­fas­sung von Ber­lin i.V.m. § 40 Abs. 3 Abstim­mungs­ge­setz gefass­te Beschluss vom Senat nicht umge­setzt wer­den kann.
Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer hat­ten am 24. Sep­tem­ber 2017 dem zur Abstim­mung gestell­ten Volks­ent­scheid „Ber­lin braucht Tegel“ mehr­heit­lich zuge­stimmt. Damit wur­de der Senat auf­ge­for­dert, sofort die Schlie­ßungs­ab­sich­ten für den Flug­ha­fen Tegel auf­zu­ge­ben und alle Maß­nah­men ein­zu­lei­ten, die erfor­der­lich sind, um den unbe­fris­te­ten Wei­ter­be­trieb des Flug­ha­fens Tegel zu sichern.

Der Senat hat sich mit dem Ergeb­nis des Volks­ent­scheids inten­siv aus­ein­an­der­ge­setzt. Zur Prü­fung einer mög­li­chen Umset­zung des Volks­ent­schei­des wur­de eine umfas­sen­de Fol­gen­ab­schät­zung eines mög­li­chen Wei­ter­be­triebs des Flug­ha­fens Tegel erstellt. Die dar­in fest­ge­stell­ten recht­li­chen, betriebs­wirt­schaft­li­chen, finan­zi­el­len und stadt­ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Fol­gen sowie die Aus­wir­kun­gen auf Umwelt, Ver­kehr und
Gesund­heit spre­chen gegen eine Über­nah­me der Inhal­te des Volks­ent­schei­des.

Dar­über hin­aus hat der Senat beim Land Bran­den­burg und gegen­über der Bun­des­re­gie­rung für die Posi­ti­on des Volks­ent­schei­des gewor­ben und dabei eru­iert, inwie­weit bei­de Mit­ge­sell­schaf­ter der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft Ber­lin Bran­den­burg zu einer Abkehr vom Kon­sens­be­schluss aus dem Jahr 1996 bereit sind.

Die Bun­des­re­gie­rung und das Land Bran­den­burg sind jedoch nicht bereit, unter Auf­ga­be des Kon­zep­tes eines Sin­gle­air­ports den Flug­ha­fen Tegel dau­er­haft als Ver­kehrs­flug­ha­fen in Betrieb zu las­sen. Der vom Senat mit der Erstel­lung einer juris­ti­schen Begut­ach­tung über den Umgang des Senats mit dem Ergeb­nis des Volks­ent­scheids „Ber­lin braucht Tegel“ beauf­trag­te Vor­sit­zen­de Rich­ter am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt a.D.,
Dr. Ste­fan Pae­tow, kommt zu der Fest­stel­lung, dass ein Wei­ter­be­trieb des Flug­ha­fens Tegel nur zum Preis der Auf­ga­be der gemein­sa­men Lan­des­pla­nung zwi­schen Ber­lin und Bran­den­burg mög­lich ist.

Fer­ner ent­hält das Gut­ach­ten, das zwi­schen­zeit­lich den im Abge­ord­ne­ten­haus ver­tre­te­nen Frak­tio­nen mit der Bit­te um Stel­lung­nah­me über­sandt wor­den war, die Fest­stel­lung, dass der Wei­ter­be­trieb Tegels nur dann rechts­si­cher mög­lich wäre, wenn die Kapa­zi­tät des BER dau­er­haft nicht aus­reicht, um des­sen Funk­ti­on als ein­zi­ger inter­na­tio­na­ler Ver­kehrs­flug­ha­fen der Regi­on Berlin/Brandenburg zu erfül­len. Durch den vom Auf­sichts­rat und der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung der FBB zur Kennt­nis genom­me­nen Mas­ter­plan 2040 wird jedoch schlüs­sig dar­ge­stellt, dass die bis zum Jahr 2040 erwar­te­te und gut­ach­ter­lich unter­leg­te Anzahl von 55 Mio. Pas­sa­gie­ren durch den BER bewäl­tigt wer­den kann. Die Inhal­te des Mas­ter­plans wur­den extern durch die Flug­ha­fen Zürich AG über­prüft und als ziel­füh­rend und nach­voll­zieh­bar bewer­tet.

Der Gut­ach­ter rät von einer Kün­di­gung des Lan­des­pla­nungs­ver­tra­ges ab. Der Senat schließt sich die­ser Posi­ti­on an. Die Been­di­gung der gemein­sa­men Lan­des­pla­nung der Län­der Ber­lin und Bran­den­burg als grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung zur Umset­zung des Ergeb­nis­ses des Volks­ent­schei­des „Ber­lin braucht Tegel“ ist mit hohen inhalt­li­chen, zeit­li­chen und finan­zi­el­len Risi­ken belas­tet und des­halb für den Senat von Ber­lin unver­ant­wort­bar. Eine gemein­sa­me Lan­des­pla­nung zwi­schen den Län­dern Ber­lin und Bran­den­burg ist für die nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung der Regi­on auch künf­tig unver­zicht­bar. Die „Gemein­sa­me Lan­des­pla­nung“ war zudem nicht Gegen­stand des Volks­ent­schei­des vom 24. Sep­tem­ber 2017.

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Ein Gedanke zu „Berlin braucht Tegel nicht!

  1. Es wird immer nur von den Betrof­fe­nen Ber­li­nern gespro­chen. Die Betrof­fe­nen in Dall­gow Fal­ken­see Wus­ter­mark Pan­kow Rüders­dorf die in der Ein­flug­schnei­se lie­gen wer­den nicht berück­sich­tigt.

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