Archiv für den Monat: November 2017

2000 Tage BER-Nichteröffung

Ein Kom­men­tar von Klaus Diet­rich zu zwei Arti­keln in der Ber­li­ner Zei­tung und im Tages­spie­gel:

Tages­spie­gel
2000 Tage BER-Nicht­er­öff­nung: Was rund um den Flug­ha­fen sonst noch Ärger macht

Ber­li­ner Zei­tung
Flug­ha­fen BER2000 Tage War­ten auf die Eröff­nung

BER TÜV-Mängelbericht

Was ist eigent­lich los am BER? Nun taucht wie­der ein­mal in der Pres­se ein Bericht auf, der wesent­li­che Tech­nik-Män­gel auf­lis­tet, die eine Eröff­nung des BER in noch wei­te­re Fer­ne rücken sol­len.

Die FBB sah sich zu einer Stel­lung­nah­me genö­tigt, was ein kla­rer Beweis für die schlech­te Infor­ma­ti­ons­po­li­tik ist. Was wir in der Stel­lung­nah­me der FBB zu lesen bekom­men zeigt wie not­wen­dig es ist, dass die Medi­en durch ihre Berich­te die Öffent­lich­keit über Sach­stän­de am BER infor­mie­ren, die uns sonst vor­ent­hal­ten wür­den.

Aus unse­rer Sicht man­gelt es ins­ge­samt an Trans­pa­renz im Pro­jekt BER. Die Aus­sa­ge, dass es sich beim TÜV Bericht nicht um ein gehei­mes oder unbe­kann­tes Papier
han­delt ist nicht wirk­lich nach­voll­zieh­bar. Bei der vor­herr­schen­den Infor­ma­ti­ons­po­li­tik der FBB und der Auf­sichts­gre­mi­en dür­fen die Herr­schaf­ten sich nicht wun­dern, wenn
es immer wie­der „neue“ Mel­dun­gen gibt, die dann nur müh­sam wie­der ein­ge­fan­gen wer­den kön­nen. Der TÜV-Bericht, wel­cher sogar über „sys­te­mi­sche“ Män­gel berich­tet, war
der Öffent­lich­keit so nicht bekannt.

Es sind immer die glei­chen Kate­go­ri­en, die in die­sen Berich­ten auf­tau­chen, schon seit drei Jah­ren. Im neu­es­ten Bericht des TÜV-Rhein­land ist sogar von „sys­te­mi­schen“ Feh­lern die Rede. Es erweckt den Anschein, als wenn es seit mehr als drei Jah­ren prak­tisch kei­nen Bau­fort­schritt mehr gege­ben hat.

Die FBB spricht in ihrer Stel­lung­nah­me ja auch von „wesent­li­chen“ Män­geln in ver­schie­de­nen Berei­chen. Eigent­lich hat­ten wir geglaubt, dass die Pha­se der wesent­li­chen Män­gel nun eigent­lich vor­bei sei und „nur“ noch Nach­bes­se­run­gen erfor­der­lich sind. Die vom TÜV fest­ge­stell­ten wesent­li­chen Män­gel betref­fen die Anla­gen im Main Pier Nord und davon auch nur aus­ge­such­te Teil­be­rei­che. Wie lang die Lis­te der noch offe­nen Punk­te ist, bleibt wei­ter im Ver­bor­ge­nen und „sys­te­mi­sche“ Feh­ler wer­den im Anla­gen­bau meis­tens nicht in weni­gen Wochen besei­tigt. Da müs­sen häu­fig neue Plä­ne erstellt und geneh­migt wer­den.

Was sagen eigent­lich die Geneh­mi­gungs­be­hör­den dazu. Sie haben schließ­lich die Plä­ne und Ände­run­gen geneh­migt.

Die Aus­sa­ge im Abschnitt bezo­gen auf „Zur Vali­die­rung der ver­bind­li­chen Plä­ne….“ ist ins­ge­samt bezeich­nend. Wenn Plä­ne ver­bind­lich sein sol­len, dann hät­te man sie vor­her „vali­die­ren“ müs­sen. (Vali­die­ren heißt ja, auf ihre Strin­genz und Trag­fä­hig­keit prü­fen). Wenn nun die Vali­die­rung durch den TÜV nega­tiv aus­fällt, dann fällt wohl auch die Ver­bind­lich­keit der Ter­min­plä­ne. Das was dann wei­ter in den Aus­füh­run­gen der FBB folgt, liest sich nicht unbe­dingt wie ein Demen­ti der Ter­min­aus­sa­ge 2021.

Es bleibt abzu­war­ten, wel­ches „Weih­nachts­ge­schenk“ uns Herr Lüt­ke-Dal­drup am 15.12. auf den Gaben­tisch legen will. Wenn die Ter­min­aus­sa­ge dann nicht mit einer glaub­wür­di­gen Begrün­dung unter­legt wird, dann wer­den die Zwei­fel blei­ben und die Dis­kus­sio­nen nicht enden. Es gibt auch Geschen­ke, die man eigent­lich gar nicht haben will.

Wie soll man das nun alles bewer­ten? Drei ver­schie­de­ne Schluss­fol­ge­run­gen drän­gen sich auf:

  1. Die Tech­nik-Vor­ga­ben waren/sind falsch (fal­sches Kon­zept, fal­sche Tech­nik).
  2. Die betei­lig­ten Fir­men sind unfä­hig, die Vor­ga­ben umzu­set­zen (falls 1 nicht zutrifft).
  3. Die Fer­tig­stel­lung wird sys­te­ma­tisch ver­hin­dert (Sabo­ta­ge), weil bestimm­te Grup­pen einen Vor­teil davon haben.

Man gewinnt immer mehr den Ein­druck, dass die Kar­re völ­lig in den Dreck gefah­ren ist, aber kei­ner will uns die Wahr­heit sagen. Auf der „letz­ten“ Mei­le kom­men nun alle frü­he­ren Ver­säum­nis­se und gra­vie­ren­den Feh­ler voll zum Tra­gen. Es wird klar, dass der poli­ti­sche Auf­sichts­rat nicht in der Lage war, die­ses Groß­pro­jekt ziel­füh­rend und erfolg­reich zu beglei­ten. Der Man­gel an Fach­kom­pe­tenz hat ver­hin­dert, dass die Pla­nungs- und/oder Aus­füh­rungs­feh­ler recht­zei­tig erkannt und abge­stellt wer­den. Die Poli­tik greift bis heu­te mit faden­schei­ni­gen Argu­men­ten in das Ope­ra­ti­ve Geschäft der FBB als Bau­trä­ger ein.

Aus allen drei genann­ten Mög­lich­kei­ten wird jedoch eines klar: Es müs­sen Ross und Rei­ter genannt wer­den, die in die­sem Desas­ter die Ver­ant­wor­tung tra­gen, um sie dann auch zur Rechen­schaft zu zie­hen. Wir for­dern ein­dring­lich Trans­pa­renz und Offen­le­gung aller Berich­te und Gut­ach­ten und kei­ne wei­te­re Geheim­nis­krä­me­rei.

Man muss sich das nur ein­mal vor Augen füh­ren was da eigent­lich abläuft: Laut TÜV-Bericht kommt eine Eröff­nung des BER kaum vor 2021/2022 in Fra­ge. Das sind von heu­te an noch 3–4 (VIER) Jah­re! In der sel­ben Zeit wer­den in ande­ren Län­dern gan­ze Flug­hä­fen neu gebaut. Ist der Bau­zu­stand tat­säch­lich so kata­stro­phal, dass das etwa damit gemeint ist, still und heim­lich prak­tisch neu bau­en?

Wie will der Senat und alle poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen jetzt mit der „neu­en“ Situa­ti­on umge­hen? Am 31.12.2019 läuft die „LEX-Tegel“ aus und die Anwoh­ner von Tegel haben Anspruch auf Lärm­schutz. Die Betrof­fe­nen Men­schen wer­den dann den glei­chen Lärm­schutz ein­for­dern, wie das am BER der Fall ist.

Wenn jetzt nicht gehan­delt wird, dann ist spä­tes­tens am 31.12.2019 der GAU zu erwar­ten.

Herr Lüt­ke-Dal­drup kann am bes­ten dadurch Ver­trau­en schaf­fen oder wie­der her­stel­len, indem er in kur­zen Abstän­den der Öffent­lich­keit Ein­sicht in den Bau­fort­schritt gibt. Dazu reicht es aber nicht aus, dies durch wenig nach­voll­zieh­ba­re Ver­laut­ba­run­gen bewerk­stel­li­gen zu wol­len, wir wol­len es sehen. Es gibt genü­gend sach­ver­stän­di­ge Mit­strei­ter in den Rei­hen der Bür­ger­initia­ti­ven, die den Aus­füh­run­gen vor Ort sehr
gut fol­gen könn­ten.

Lufthansa verlängert den Einsatz der Jumbo-Flüge über Tegel

Ein Kom­men­tar von Klaus Diet­rich zu dem Arti­kel in der Ber­li­ner Zei­tung:

Lärm­be­las­tung für Pan­kow: Luft­han­sa ver­län­gert Jum­bo-Ein­satz

Wie zu erwar­ten, hat die Luft­han­sa ange­kün­digt, den Ein­satz der Jum­bo Dreck- und Lärm­schleu­dern bis zum 21. Dezem­ber zu ver­län­gern.
Die Begrün­dung lau­tet, dass es dar­um geht, den hohen Bedarf zu decken. Obwohl die Prei­se für inner­deut­sche Flü­ge wegen der Air­Ber­lin Plei­te um fast 50% gestie­gen sind, behaup­tet die Luft­han­sa, dass die Jum­bo-Flü­ge angeb­lich nicht Kos­ten deckend sind. Die Luft­han­sa als Sama­ri­ter der preis-geschun­de­nen Pas­sa­gie­re.

Übri­gens sind vie­le Pas­sa­gie­re nach dem Aus­fall der Air­Ber­lin auf die Schie­ne umge­stie­gen. Da kann man nur hof­fen, dass sie dabei blei­ben wenn sie erst ein­mal mer­ken, dass sie dadurch kaum spä­ter aber dafür wesent­lich stress­frei­er an ihr Ziel kom­men. Wahr­schein­lich ist es eher das, was die Lunft­han­sa fürch­tet.

Außer­dem, war­um kön­nen die Dreck- und Lärm­schleu­dern nicht eigent­lich von Schö­ne­feld aus star­ten? Wenn man sich die Ent­wick­lung der Flug­be­we­gun­gen und Pas­sa­gier­zah­len am SXF anschaut, dann gewöh­nen sich jetzt schon immer mehr Pas­sa­gie­re dar­an, von Schö­ne­feld aus zu flie­gen (bis 09/2017 ein Wachs­tum SXF von 16,5%, TXL mit -3,8%). Ein Pro­blem mit den Slots am SXF scheint es ja auch nicht zu geben, sonst gäbe es ja kei­ne Stei­ge­rung der Flug­be­we­gun­gen (bis 09/2017 SXF um 10,5%, TXL mit 1,1%).

Die Luft­han­sa unter­stützt damit wei­ter die Rück­sichts­lo­sig­keit der Beque­men und Ego­is­ten.

Presseschau

Berliner Zeitung

Flug­ha­fen BER:
2000 Tage War­ten auf die Eröff­nung

Lärm­be­las­tung für Pan­kow: Luft­han­sa ver­län­gert Jum­bo-Ein­satz
Wie erwar­tet wer­den die Groß­raum­flug­zeu­ge vom Typ Boe­ing 747–400, die seit Anfang Novem­ber zwi­schen Ber­lin-Tegel und Frank­furt am Main für zusätz­li­che Kapa­zi­tä­ten sor­gen, auch im Dezem­ber flie­gen

Tagesspiegel

2000 Tage BER-Nicht­er­öff­nung:
Was rund um den Flug­ha­fen sonst noch Ärger macht

Gehei­mer Tüv-Bericht zum BER offen­bart bis­her unbe­kann­te Män­gel
Doku­men­te, die dem Tages­spie­gel vor­lie­gen, zei­gen: Die Lage auf der BER-Bau­stel­le ist dra­ma­ti­scher als bis­her bekannt. Eine Eröff­nung vor 2021 ist dem­nach unwahr­schein­lich.

Bund und Brandenburg bleiben dabei: Tegel wird geschlossen

Kabi­netts-Sit­zung Ber­lin und Bran­den­burg: Wie die Ber­li­ner Mor­gen­post heu­te berich­tet, hal­ten Bund und Bran­den­burg an der Schlie­ßung fest und ver­wei­sen auf den Kon­sens­be­schluss. Sie zei­gen sich aber gesprächs­be­reit.


Pres­se­mit­tei­lung des Bünd­nis­ses „Tegel schlie­ßen. Zukunft Öff­nen.“ zum Ergeb­nis der gemein­sa­men Kabi­netts­sit­zung und der gemein­sa­men Lan­des­pla­nungs­kon­fe­renz von Ber­lin und Bran­den­burg:

Sehr geehr­te Damen und Her­ren,

Wir begrü­ßen die heu­ti­ge Ent­schei­dung der Lan­des­re­gie­run­gen von Ber­lin und Bran­den­burg, den gemein­sa­men Lan­des­ent­wick­lungs­plan unver­än­dert zu las­sen und wei­ter­hin auf nur einen Flug­ha­fen in der Regi­on zu set­zen. Ver­nünf­ti­ger­wei­se hat Bran­den­burg das Ansin­nen der Tegel-Befür­wor­ter zurück­ge­wie­sen. Das war ein sehr wich­ti­ger Schritt. Damit haben zwei Anteils­eig­ner der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft FBB deut­lich gemacht, was sie von der fixen Idee hal­ten, Tegel wei­ter zu betrei­ben — nichts. Der Ber­li­ner Senat muss jetzt für sich klä­ren, wie er mit dem Ergeb­nis des Volks­ent­scheids umge­hen will. Ein rein juris­ti­sches Gut­ach­ten reicht dazu nicht aus. Der Senat muss in einem öffent­li­chen Dis­kurs alle Kon­se­quen­zen einer Offen­hal­tung Tegels dar­le­gen und abwä­gen — Kos­ten, Lärm für 300.000 Anwoh­ner, Stadt­ent­wick­lung, Woh­nungs­bau, Umwelt­aus­wir­kun­gen — und dann eine poli­ti­sche Ent­schei­dung tref­fen.

Für Rück­fra­gen kön­nen Sie sich wen­den an:

Klaus Diet­rich
mobil: 0170–8029434
Email: kdiet@gmx.de

 

Pressemitteilung zum Einsatz der Lufthansa-Boeing 747–400 von und nach Tegel

Pres­se­mit­tei­lung

Ber­lin, 1. Novem­ber 2017

Statement der Bürgerinitiativen von „Tegel schliessen. Zukunft öffnen.“ zum heutigen ersten Flug der Lufthansa-Boeing 747–400 von und nach Tegel

Die Initia­ti­ve „Tegel schlie­ßen. Zukunft öff­nen.“ erklärt zur heu­ti­gen Auf­nah­me regu­lä­rer Flü­ge von und nach Tegel mit der Boe­ing 747–400:

Inlands­flü­ge mit einer ver­al­te­ten Boe­ing 747–400 durch­zu­füh­ren, ist eine Ver­höh­nung der 300 000 Lärm­ge­schä­dig­ten von Tegel. Die Boe­ing 747–400 stellt eine völ­lig unver­hält­nis­mä­ßi­ge Lärm­be­las­tung für alle Anwoh­ner von Tegel dar. Die Boe­ing 747–400 ist ein fast drei­ßig Jah­res altes und ent­spre­chend lau­tes Flug­zeug, das nicht in den inner­deut­schen Ver­kehr und schon gar nicht auf einen inner­städ­ti­schen Flug­ha­fen gehört. Sie ist mit bis zu 84,9 Dezi­bel bei Start und Lan­dung in die Kate­go­rie 5 ein­ge­ord­net. Nur Anto­nows und Ilju­schins sind noch lau­ter. Der Flug­ha­fen Tegel muss, wie fest­ge­legt, nach der Eröff­nung des BER geschlos­sen wer­den.“

Für die Bür­ger­initia­ti­ven „Tegel end­lich schlies­sen“, „Tegel schlies­sen. Zukunft öff­nen.“ „Good­bye Tegel“, „Dan­ke Tegel. Es reicht“, „BI gegen das Luft­kreuz“, „Pan­kow sagt Nein zu TXL“, „Him­mel über Ber­lin“, „Einer für Alle“ und „Zukunfts­werk­statt-Hein­ers­dorf“

Ansprech­part­ner:
Klaus Diet­rich
Mobil: 0170–8029434
Email: kdiet@gmx.de